Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. Als Rebecca Stotts Vater im Sterben liegt, bittet er seine Tochter darum, ihm beim Verfassen seiner Erinnerungen zu helfen: schon seit Jahren kämpft er damit, die Geschichte seiner Familie festzuhalten, die seit Generationen Mitglied einer fundamentalistischen christlichen Sekte ist. Doch zu schmerzhaft sind die Erinnerungen. In diesem Memoir versucht die Autorin zu ergründen, warum intelligente leidenschaftliche Menschen in den Sog einer fundamentalistischen Religion geraten können, und welche schwerwiegenden Folgen dies hat. Ihre eigene Kindheit im Brighton der 60er und 70er Jahre war geprägt durch das eiserne Korsett der Regeln ihrer Gemeinde und so weit entfernt vom liberalen Geist dieser Zeit, wie nur irgend möglich. Stotts Familie ist es dennoch gelungen, mit der Sekte zu brechen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.02.2020
Rebecca Stott wollte mit diesem Buch die Erfahrungen ihres Vaters in der fundamentalistischen Bruderschaft Brethren festhalten, die er 1970 im Glauben erschüttert und zutiefst enttäuscht verließ, erzählt der Rezensent Martin Tschechne. Ihm zufolge begriff sie aber schnell, dass sie damit auch über ihr eigenes Leben schreiben würde, schließlich wuchs sie bis ins jugendliche Alter selbst in der radikal abgeschotteten Gemeinschaft auf. So kann sie die verheerenden Auswirkungen jahrzehntelanger Gedankenkontrolle eindrücklich schildern, versichert der Kritiker - in Zeiten zunehmender Hetze eine aufrüttelnde Lektüre, schließt er.
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