Madeleine K. Albright

Der Mächtige und der Allmächtige

Gott, Amerika und die Weltpolitik
Cover: Der Mächtige und der Allmächtige
Droemer Knaur Verlag, München 2006
ISBN 9783426273999
Gebunden, 361 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit Bill Woodward. Mit einem Vorwort von Bill Clinton. Steht Amerika in einer einzigartigen Beziehung zu Gott? Haben die Vereinigten Staaten, wie George W. Bush es proklamierte, den göttlichen Auftrag, der Welt Freiheit und Demokratie zu bringen? Welchen Einfluss hat die christliche Rechte heute auf die Außenpolitik der USA? Und wie sollte das Verhältnis zur muslimischen Welt gestaltet werden? Madeleine Albright plädiert für eine amerikanische Außenpolitik, die auf Verständnis für die Eigenheiten anderer Kulturen beruht, eine Außenpolitik, die wieder einer unzweifelhaften moralischen Leitlinie folgen muss - dem Kerngebot aller Religionen dieser Welt: Frieden und Gerechtigkeit unter den Menschen zu schaffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.08.2006

Madeleine Albright habe kein handelsübliches Politikerbuch geschrieben, lautet die gute Botschaft von Rezensent Steffen Hebestreit. Die ehemalige Außenministerin habe sich nämlich tatsächlich Arbeit gemacht und Fachleute und Zeitzeugen über ihr eigenes Wissen hinaus befragt. Nicht der liebe Gott amerikanischer Provenienz stehe allerdings im Mittelpunkt des Buches, verweist der Rezensent auf den irreführenden Untertitel, vielmehr die zunehmende Relevanz von Religion weltweit. Entsprechend fordere Madeleine Albright eine "Stabstelle" in Washington für religiöse Fragen der Außenpolitik. George W. Bush firmiere bei Albright als "Extrembeispiel" in einer kontinuierlichen Galerie immer schon extrem religiös inspirierter amerikanischer Präsidenten. Das sei wenig hilfreich, außer für al Qaida und Konsorten. Mehr Toleranz laute dementsprechend Madeleine Albrights Credo, das sie, lobt der Rezensent, auf gut lesbare Art und Weise propagiere.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.08.2006

Geradezu als Wohltat empfindet Rezensent Dieter Buhl den nuancierten, nüchternen Blick, den Madeleine Albright auf die Weltpolitik wirft. Er bescheinigt der ehemaligen US-Außenministerin, meilenweit von den simplen Wahrheiten der Regierung Bush entfernt zu sein. So hält er Albright zu Gute, bei ihrer Analyse der Rolle der Religionen für das Weltgeschehen nicht nur den islamischen Fanatismus sondern auch den Fundamentalismus im eigenen Lager kritisch zu beleuchten. Deutlich werde die Kontraproduktivität von Bushs missionarischem Eifer im Blick auf ein friedliches Miteinander von Völkern unterschiedlicher religiöser Prägung. Albrights Vorschläge für eine Verbesserung des interreligiösen Dialogs zwischen dem Westen und dem Islam findet Buhl im übrigen recht hilfreich, auch wenn die Autorin keinen Königsweg zur Lösung der gegenwärtigen Konflikte anbieten könne. Dennoch macht der Rezensent keinen Hehl aus seiner Genugtuung, "nach all den anmaßenden Tönen aus Washington eine so differenzierte amerikanische Stimme zu vernehmen."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2006

Anerkennend äußert sich Rezensent Detlef Junker über dieses Buch der ehemaligen amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright. Er findet darin nicht nur erhellende Ausführungen über die innere Verfasstheit der USA und ihrer Außenpolitik unter Präsident George W. Bush, sondern auch instruktive Analysen über brisante Konflikte und Problemzonen der gegenwärtigen Welt. Das zentrale Thema des Buchs erblickt Junker allerdings in der Frage nach dem Verhältnis von Politik und Religion. Er unterstreicht in diesem Zusammenhang Albrights Kritik an der langen Tradition amerikanischer Präsidenten, politische Entscheidungen mit dem Namen oder dem Willen Gottes zu rechtfertigen. Dabei gehe die Autorin auch mit Bush hart ins Gericht. Die Darlegungen zu diesem Thema laufen für Junker geradezu auf eine "Säkularisierung der amerikanischen Mission der Freiheit" und damit auf eine "Halbierung der amerikanischen Identität" hinaus.

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