"In diesem Buch erzähle ich meine persönlichen Erfahrungen, die ich nach der Organentnahme bei meinem 15-jährigen Sohn machen musste. Total uninformiert, was eine Organentnahme für Konsequenzen für den sterbenden Spender und seine Angehörigen hat, habe ich mich von den Transplantationsmedizinern manipulieren lassen. Im tiefsten Schock, nicht im Mindesten entscheidungsfähig, gab ich die Erlaubnis zu einer Organentnahme. Die Organe meines Sohnes wurden über Europa verteilt. Der Anblick meines ausgeschlachteten Kindes hat mich zutiefst entsetzt und empört. Jeder muss klären, ob er der Transplantationsmedizin glaubt, dass ein Mensch mit lebenden Organen eine Leiche ist oder aber ein Sterbender und damit noch am Leben."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2008
Anmerkung der Perlentaucher-Redaktion vom 6. November 2008. In der hier resümierten SZ-Rezension hat die Transplantationspsychologin Sibylle Storkebaum geschrieben, die Beatmung von Spendern werde vor der Entnahme von Organen ausgeschaltet. Leser haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass dies nicht stimmt. Wir streichen unsere resümierende Passage zur strittigen Behauptung und ersetzen sie durch das Auslassungszeichen (...). Die Perlentaucher-Redaktion.
Großes Unbehagen hat Renate Greinerts Buch über den "Konfliktfall Organspende" bei Rezensentin Sibylle Storkebaum ausgelöst. Wie sie berichtet, hat Greinert vor 23 Jahren ihren 15-jährigen Sohn bei einem Unfall verloren, einer Organentnahme zugestimmt und in deren Verlauf viel Ungutes erlebt. Bei allem Verständnis für die schwierigen Erfahrungen kreidet Storkebbaum der Autorin misslungene Trauerarbeit, unangemessene Rachegefühle und "schlimme Unterstellungen" an. Sie hält ihr vor, damit die Chance zu richtiger, fairer Kritik an der Transplantationsmedizin vertan zu haben. (...) In diesem Zusammenhang kritisiert sie die Medizin, von der sie sich mehr Transparenz und Aufklärung wünscht.
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