Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow. Rishi Reddis miteinander verwobene Stories erzählen von dem besonderen Lebensgefühl in der Fremde, vom alltäglichen Ringen um Anerkennung und von der gelassenen Kraft, die aus ungewöhnlichen Entscheidungen entsteht. Shankar, arbeitsloser Professor und gefeuerter Supermarktkassierer, rettet Vögel, die sich auf ihrem Flug nach Süden in den Straßenschluchten Bostons verirrt haben. Arundhati, eine ehrwürdige indische Witwe, wohnt bei Sohn und Enkeln in Amerika, wie es die Tradition verlangt. Doch sie erträgt deren Kälte und berechnende Freundlichkeit nicht, und heimlich plant sie ihre Flucht zurück nach Hyderabad. Richter Shiva Ram Murthy fühlt sich durch das Missgeschick eines jungen Kellners so gekränkt, dass er es mit dem amerikanischen Rechtssystem aufnimmt. Rishi Reddi beobachtet die universellen Themen wie Liebe, Einsamkeit und Würde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2008
Reinhard Helling ist sehr angetan von den sieben Kurzgeschichten, in denen die in England und den USA aufgewachsene Autorin Rishi Reddi von den Schwierigkeiten erzählt, mit denen ihre aus Indien stammenden Protagonisten in Amerika zu kämpfen haben. Der Kulturclash, mit dem sie zurechtkommen müssen, spielt dann auch in diesen "unaufgeregten" Geschichten die Hauptrolle, wobei Reddi mit einer beeindruckenden Fülle an Perspektiven und Lebensumständen aufwartet, wie der Rezensent lobt. Helling stellt fest, dass ihn die Schicksale dieser Männer und Frauen, die sich nie ganz von ihren indischen Traditionen und Bräuchen lösen können, immer stärker fesselt. Schade findet er, dass sich kein Glossar der vielen indischen Wörter annimmt, die im Text zwar kursiv gedruckt, aber nirgends erklärt werden, wie er moniert.
Als "nettes Buch" für die Parkbank und mehr lobt Rezensentin Kirsten Reinhardt diese Geschichten über das Leben indisch-stämmiger Amerikaner. Das klingt natürlich etwas abfällig, und man kann nur vermuten, dass es der große Erfolg dieses Buches ist, der es in den Augen der Rezensentin ein wenig verdächtig macht. Denn im Grunde hat sie nur Komplimente für das Buch, dessen schnörkellose Sprache sie ebenso schätzt wie die glaubwürdige Schilderung der einzelnen Protagonisten der Geschichten, ihres Konflikts zwischen ihren indischen Wurzeln und der amerikanischen Gegenwart. Positiv findet die Rezensentin auch, dass Rishi Reddi die kulturellen Eigenheiten der amerikanischen Inder sehr lebendig zu schildern verstehe, ohne in folkloristischen Kitsch zu verfallen.
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