Illustriert von Elinor Goulding Smith. Aus dem Englischen von Stephan Kleiner. Eine Entdeckung für unsere erschöpfte Gegenwart: Natürlich kann man leben ohne Smartphone und Hetze. Das weiß, wer jemals ein Kind spielen sah - tagelang fantastisch versunken mit einer einzelnen Kastanie, einem Stock oder einem selbstgemachten Bumerang. Robert Paul Smiths Buch richtet sich an alle in jedem Alter, die einfach für sich selbst Zeit haben wollen.Wie baut man einen Papierflieger? Was kann man mit dem herrlich geformten Kern eines Pfirsichs anstellen? Dieses Geschenk von einem Buch ist keine schlichte Bastelanleitung. Sondern eine so warmherzige wie heilsame Einladung, anders mit der eigenen Lebenszeit umzugehen. Es ist über ein halbes Jahrhundert alt und wie für heute geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2025
Rezensentin Marie Schmidt staunt zunächst über die Entscheidung, ausgerechnet jetzt einen Ratgeber zum Nichtstun aus den 50er Jahren erstmals auf Deutsch zu veröffentlichen, aber dann erscheint ihr das immer logischer: denn mehr denn je brauchen wir heute, angesichts der digitalen Dauerbefeuerung und verwaschener Arbeitszeiten, eine Anleitung, um unser Gehirn zu entlasten, meint Schmidt. Sie blickt dabei vor allem auch auf ein aktuelleres Buch des britischen Neurowissenschaftlers Joseph Jebelli ("The brain at rest"), der hard facts zur Ruhebedürftigkeit des Gehirns liefert - das heißt: 20 Minuten täglich nur in die Luft starren, Nachrichten nur zu bestimmten Zeiten beantworten, sich im Wald oder am Meer aufhalten, wie Schmidt einige Tipps des Autors zusammenfasst. Weniger wissenschaftlich, aber in gleicher Ausrichtung betone Smith in seinem Buch etwa die Relevanz der Spielaktivität; es geht um die Beschäftigung mit "kleinen Wunderdingen" aus Kastanien oder Gummibändern wie auch um verschiedene Arten, ein Messer in die Luft zu werfen. Dass Smiths Ratgeber sich eigentlich an Kinder richtet, ist für die Kritikerin nachrangig - denn genau auf solche Aktivitäten sind eben, von Jebelli neurowissenschaftlich belegt, auch erwachsene Gehirne angewiesen, schließt Schmidt anerkennend.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.07.2025
Eine tolle Wiederentdeckung ist dieses Buch, das im Original 1958 erschien und nun - mit englischem Originaltitel - zum ersten Mal auf Deutsch vorliegt für Rezensentin Susanne Billig. Geschrieben hat es der Brite Robert Paul Smith, es enthält Jugenderinnerungen, die beschrieben, wie man als Kind mit alltäglichen Gegenständen - Schnüren, Kletten, Bleistiften und so weiter - außergewöhnliche Dinge machen kann. Sogar Musikinstrumente kann man ganz in Eigenregie herstellen, zeigt dieses Buch laut Rezensentin, keineswegs scheut Smith davor zurück, auch vermeintlich gefährliche Gegenstände wie Scheren zu verwenden: Der Autor setzt auf Selbstverantwortung und Achtsamkeit. Super findet die Kritikerin zudem, dass die Originalfotografien von Elinor Goulding Smith auch in dieser Veröffentlichung mit dabei sind: Sie ergänzen in ihren klaren Bildkonstruktionen die Texte und helfen, aufzuzeigen, wie reich ein kindlicher Alltag jenseits von Apps und einem Übermaß elterlicher Planung sein kann. Dieses Buch stellt dar, wie schön zweckloses Spiel für Kinder sein kann, schließt die positive Besprechung.
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