Nach "Große Freiheit" taucht Rocko Schamoni erneut ein in die brodelnde Szene der sechziger und siebziger Jahre in Hamburg, wo jenseits der bürgerlichen moralischen Vorstellungen ein freies, ungezügeltes Leben gefeiert wird.Im Zentrum steht die Freundschaft von Joska Pintschovius zu Heino Jaeger, einem hochbegabten Künstler, Stimmenimitator und Satiriker, der kultisch als "Meister" verehrt wird. Und am Ende an seiner seelischen Durchlässigkeit verglühen wird. Die Verbindung aus Genialität und Wahnsinn fasziniert den Erzähler und Chronisten Schamoni, der sich in der Ergründung dieses Lebens persönlicher und verletzlicher zeigt als je zuvor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.10.2021
Rezensent Stefan Michalzik beteuert: Schon aufgrund der Einleitung - ein sehr persönlicher Text des Autors über den Tod seines Vaters, lohnt sich die Lektüre. Der Rest ist nicht minder grandios, eher im Gegenteil, freut sich Michalzik. Was ist das für ein Rest? Zunächst einmal, antwortet der Rezensent, handelt es sich um eine Hommage an den Maler und Satiriker Heino Jaeger, der heute als kultiger Geheimtipp gehandelt wird, mit seinem besonderen "pointenlosen Humor" aber viele bekannte Künstler wie Helge Schneider und natürlich Schamoni selbst prägte. Darüber hinaus ist es aber auch eine feierliche Würdigung jenes bestimmten Typs, den Jaeger wie kein anderer verkörperte: der künstlerische Dissident, der Underdog, der Eigensinnige, dem ein besonderer Hochmut, eine besondere "Weltabgewandtheit", ja "etwas strahlend Unprofessionelles" anhing, wie Michalzik es ausdrückt. Schamoni charakterisiert diesen Typ in einer direkten, schlichten Sprache, mit viel Humor und literarischem Können, und setzt ihm somit ein würdiges Denkmal, so der begeisterte Rezensent.
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