Frank Göhre

Harter Fall

Kriminalroman
Cover: Harter Fall
CulturBooks, Hamburg 2023
ISBN 9783959881913
Kartoniert, 168 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Es sind die Monate nach der großen norddeutschen Schneekatastrophe im Winter 1978/79: In Hamburg wird eine unbekannte junge Frau tot aufgefunden. Zur selben Zeit brechen zwei Abiturienten mit einem ehemaligen Schulkameraden nach Jamaika auf. Sie wollen zu den Roots des Reggae, in die Berge und ans Meer, auf den Spuren des Kultfilms "The Harder They Come". Eine Studentin aus ihren Kreisen bleibt zurück, ihr Weg führt in das Kiez-Milieu dieses zu Ende gehenden Jahrzehnts. Die Geschichte der Reisenden verzahnt sich mit den Aktivitäten der Daheimgebliebenen und den Ermittlungen um die tote Frau. Freundschaften zerbrechen, Schuldzuweisungen vertiefen die Kluft. Und doch bleibt die Sehnsucht nach einer Befreiung aus der realen und emotionalen Kälte jener Tage.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.11.2023

Rezensentin Sonja Hartl liest mit Frank Göhres "Hartem Fall" nicht nur einen hervorragenden Krimi im "unnachahmlichen Göhre-Sound", sondern unternimmt auch eine wilde Reise durch das Hamburg der ausgehenden 70er, mit seinen Clubs, seinen Spelunken, seinen zwielichtigen Gestalten und natürlich auch so einigen politischen Machenschaften, die jedoch - typisch Göhre - im Hintergrund bleiben und vor allem in ihren Konsequenzen auf Unbeteiligte sichtbar werden. Durch überaus kunstvoll montierte, immer knapp gefasste Szenen, Bilder und kulturelle Bezüge, zum Beispiel auf einen jamaikanischen Filmklassiker, der umfassend nacherzählt wird, vermittelt der Autor ein lebendiges Gefühl für jene Zeit - die gesellschaftlichen Versprechen, den zunehmenden Individualismus, die zerstörten Illusionen - alle Figuren streben nach einem "besseren Leben", doch sie tun dies und scheitern auf verschiedene Weise, lesen wir. Um diese Figuren und ihre Schicksale greifbar zu machen, benötigt Göhre stets nur wenige, gewählte Worte, doch von diesen Worten ist keines verzichtbar, so die begeisterte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.10.2023

Gern liest Rezensentin Sylvia Staude Frank Göhres neuen Krimi, der zwei Handlungsstränge enthält. Einer, erfahren wir, handelt davon, wie drei Bob-Marley-Enthusiasten sich in den späten 1970ern nach Jamaica aufmachen und da Erfahrungen sammeln, aus denen sie jeweils sehr unterschiedliche Schlüsse ziehen; der andere spielt in Deutschland, im Rotlichtmilieu, ein Kiezkrieg spielt eine Rolle, eine Dänin verschwindet. All das erzählt Göre laut Staude in gewohnt kurzer, knackiger, filmischer Sprache. Die Rezensentin fühlt sich an amerikanische hard-boiled-Literatur erinnert, wobei die Figuren ihrer Meinung nach bei Göhre mehr Substanz haben. Außerdem freut sie sich darüber, dass das Buch mit einer Soundtrack-Aufzählung endet.

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