Roger Melis

Die Ostdeutschen / The East Germans

Fotografien aus dem Nachlass 1964-1990
Cover: Die Ostdeutschen / The East Germans
Lehmstedt Verlag, Leipzig 2019
ISBN 9783957970831
Gebunden, 224 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Mathias Bertram. Neues aus einem "stillen Land" - zehn Jahre nach dem vielbeachteten Fotobuch "In einem stillen Land" von Roger Melis (1940-2009) versammelt der Band "Die Ostdeutschen" neue, weitgehend unbekannte Fotografien aus dem Nachlass des Mitbegründers und Förderers der ostdeutschen Autorenfotografie. Melis verstand sich als Chronist seines Landes und begann bereits Mitte der 1960er Jahre, Ereignisse des öffentlichen und privaten Lebens in Fotografien zu dokumentieren. Der Band enthält zwölf Bildserien, die, beginnend mit Szenen von einer Militärparade am Tag der Befreiung 1965, über 25 Jahre hinweg bis zur Feier der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 führen. Die Fotografien beleuchten das Leben in der Kleinstadt, auf dem Lande, in Werkstätten und Fabriken, bei öffentlichen Veranstaltungen und privaten Feiern. Die Bildreportagen werden von Porträts von Schriftstellern, Künstlern und Schauspielern, Kindern, Jugendlichen und Familien sowie einer langen Reihe von Berufsporträts begleitet, die Zeugnis von Melis legendärer Bildniskunst ablegen. Die Aufnahmen entwerfen ein differenziertes Bild der Menschen in der DDR und ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen. Sie zeugen von Skepsis und Resignation der Ostdeutschen, aber auch von ihrem Stolz, ihrem Widerspruchsgeist und ihren Sehnsüchten.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.06.2019

"Das ist große Kunst!" jubelt Rezensentin Eva Hepper über den vierten Band der Werkausgabe mit Fotografien von Roger Melis. Herausgegeben hat ihn  Mathias Bertram, der Melis' Nachlass betreut und nun zwölf Bildserien aus den Jahren 1964 bis 1990 ausgesucht hat: Die Kritikerin reist hier quer durch eine untergegangene Welt, schaut Passanten und Soldaten über die Schulter und bewundert vor allem die Porträts des Fotografen: Ob Spreewaldkahnfahrer oder Monika Maron, Fischverkäuferin oder Wolf Biermann - stets sind Melis' Aufnahmen von "hinreißender Schönheit", freut sich Hepper.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.05.2019

Hymnisch bespricht Rezensent Jürgen Verdofsky diesen von Mathias Bertram herausgegebenen Band mit  Fotografien aus dem Nachlass von Roger Melis. Auch wenn der Titel nicht die gleiche "Poesie" wie die drei ebenfalls im Lehmstedt-Verlag erschienenen Vorgängerbände ausstrahle, erkennt der Kritiker den Verweis auf Robert Franks "Die Amerikaner" oder René Burris "Die Deutschen". Dass es "die Ostdeutschen" nicht gibt, stellt Verdofsky allerdings schon beim ersten Betrachten der Fotografien aus den Jahren 1964 bis 1990 fest: Soldaten der Volksarmee erblickt er hier ebenso wie Helene Weigel mit Chauffeur im Cabrio, darüber hinaus an August-Sander-Porträts erinnernde Aufnahmen von Fabrikarbeitern, Schlachtern, Maurern oder Fischern, nicht zuletzt auch Porträts von Generaldirektoren, Chirurgen, Parteisekretären und Künstlern. Großartig findet er auch, wie Melis Berliner Hinterhöfe Marzahner Neubauten gegenüberstellt. Und wenn er auf den Fotografien durch Meißen, Rudolstadt oder Anklam reist, erblickt er in den Bildern eine "ausgemalte Zeitlosigkeit".

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