Mark Twain hat die deutsche Sprache "awful" genannt; Roland Kaehlbrandt zeigt uns, wie reizvoll sie sein kann. Er hat den Gebrauch der deutschen Sprache über viele Jahre beobachtet. Sein Logbuch skizziert -- immer kurzweilig, manchmal sarkastisch -- die Sprachpraxis in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Kaehlbrandt zeigt, wie wir unsere Sprache beschädigen, wenn wir sie für moralische Zwecke instrumentalisieren oder durch den Gebrauch von Imponierwörtern aushöhlen. Wer das Logbuch gelesen hat, wird eine Reihe von Fehlern nicht mehr machen wollen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.05.2016
Schon Mark Twain stichelte gegen die "alphabetischen Prozessionen" der deutschen Sprache, nun nimmt der Philologe Roland Kaehlbrandt die Kombinationsvielfalt unter die Lupe, informiert Uwe Justus Wenzel. Im Gegensatz zu Twain gehe es Kaehlbrandt in seinem "Logbuch Deutsch" aber keinesfalls um eine Diffamierung, sondern vielmehr um eine Lobpreisung des Deutschen und nicht zuletzt um einen Weckruf, die Sprache nicht weiter zu "verludern", erklärt der Kritiker. Zunächst liest Wenzel Huldigungen von Begriffen wie "fremdschämen" oder "Datenautobahn", denen er einen Erkenntnismehrwert attestiert. Vor allem aber folgt der Kritiker interessiert Kaehlbrandts Ausführungen über das "Imponierdeutsch" des politischen und ökonomischen Establishments, das Begriffe von lärmender Leere generiere. Auch mit Anglizismen und der Banalisierung durch gendergerechte Sprache ist der Autor nicht zufrieden, so der Rezensent, der diesen Aufruf zu mehr Sprachgefühl mit Gewinn gelesen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015
Weitgehend zustimmend bespricht der Journalist und Sprachwissenschaftler Wolfgang Krischke die Ausführungen Kaehlbrandts zum Zustand und zu Gefährdungen der deutschen Sprache. Er attestiert dem Autor Gelassenheit und angenehmen Verzicht auf "Sprachverfallslitaneien" in Fragen des Sprachgebrauchs und stimmt ihm zu, was den bedenklichen Einfluss des Englischen in Wissenschafts- und Alltagssprache angeht. Dass das Sprachvermögen von Studenten zurückgehe, mag er nicht bestätigen, glaubt aber, dass immer größere Niveau-Unterschiede in der Gesellschaft entstehen. Am Ende seiner Rezension rät Krischke den Deutschen zu etwas mehr französischem Sprachstolz und weiß sich hier mit dem Autor einig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.11.2015
Roland Kaehlbrandts "Logbuch Deutsch" müsste einen erweiterten Untertitel tragen, findet der deutsch-französische Soziologe und Publizist Alfred Grosser. Schließlich zeige das Werk nicht nur, "Wie wir sprechen. Wie wir schreiben", sondern nach Meinung des Rezensenten genauso sehr, "wie wir sprechen sollten" und "wie wir schreiben sollten". Für anregend und hilfreich hält Grosser die Ausführungen Kaehlbrandts, der die deutsche Sprache liebe und mit starken Argumenten verteidige. Eine Leseempfehlung gibt Grosser bereits im zweiten Satz seiner Besprechung ab: Ihmzufolge sollten sich alle Deutschen, "die ihre Sprache nicht verleugnen wollen", das Buch vornehmen und dessen Vorschläge beherzigen.
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