"Valerio" fragt nach der Zukunft der Sprachen, in denen die Wissenschaften sich über die Welt verständigen. Denn wer heute einem Naturwissenschaftler die Frage vorlegt: "Was spricht dafür, das Deutsche als Naturwissenschaftssprache zu erhalten?", erhält am ehesten die Antwort: "Nichts. Gar nichts, und das lässt sich in einem Satz begründen." Es schreiben u.a.: Jürgen Kocka, Heinrich Detering zur Frage, Hans-Hermann Francke, Bert Rürup, Kurt Flasch Hartmut von Hentig, Peter Eisenberg, Hans-Martin Gauger und Harald Weinrich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2005
Durchaus kritisch betrachtet Rezensent Jürgen Kaube diesen von Uwe Pörksen herausgegebenen Band, der Beiträge von Geistes- und Sozialwissenschaftler zum Thema Englisch als Wissenschaftssprache versammelt. Er findet darin etliche Beispiele für eine sich an "Symptomen entzündende Sprachkritik", die die Ursachen für den Siegeszug des Englischen in den Wissenschaften - etwa die Migration bedeutender Forscher, die Qualität vieler amerikanischer Universitäten, das Wachstum sowie der Universalismus des Wissenschaftssystems und schließlich der Tourismus - nicht sieht. So begegne man vor allem in den Geisteswissenschaften dem Weltenglisch mit Reserven. Kaube hebt den Beitrag von Kurt Flasch hervor, der erläutere, inwiefern Englisch durchaus kein neues Latein ist. "Wenn die Geisteswissenschaften sich mehr volens als nolens den Forschungsstilen der Naturwissenschaften annähern", resümiert der Rezensent, "erstaunt es wenig, wenn ihre Wissenschaftssprache dem folgt".
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