Das 20. Jahrhundert ist massiv. Es hat Kriege, Revolutionen und die Teilung der Welt hervorgebracht, aber auch gesellschaftlichen Aufbruch und ungeheuren technischen Fortschritt erlebt. Seine gesellschaftlichen Eruptionen sind letztlich hervorgegangen aus Bildern, aus Gedankenexperimenten. Diese Gedanken sind zum Teil deutlich erkennbar, zum Teil nur als Tönung in den Schriften bedeutender Gesellschaftstheoretiker enthalten. Rolf Schwendter hat eine Auswahl getroffen und zeigt in eigenwilliger Weise, wie Gesellschaftsbilder wirken, dass aus individuellen Einsichten mächtige Leitbilder wurden. Viele dieser Vorstellungen sind am Ende des Jahrhunderts aufgegeben worden. Einige dagegen werden überdauern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.02.2002
Florian Welle schätzt den österreichischen Autor als "Unikum", und er lobt die fünfzehn Gesellschaftsbilder, deren Urheber beschrieben und deren Werke rekapituliert werden, als Versuch, sie vor dem Vergessen zu bewahren. Dabei seien es speziell diejenigen Gesellschaftstheoretiker, die auch versucht hätten, ihre Theorien in die Praxis umzusetzen, für die sich der Autor am meisten interessiere. Besonders gut hat Welle dabei ein gewisses "Pathos" gefallen, das wie er findet, so "angenehm quer steht" zum üblichen Tonfall des "nüchternen Pragmatismus". Es wundert den Rezensenten allerdings gar nicht, dass Schwendter eher theorielastige Gesellschaftsutopien, wie die von Wells, McLuhan und Lem in einem "umständlich-mäandernden" Stil beschreibt, denn hier, meint Welle, fehlt dem Autor wohl der "praktische Bezug".
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