Herausgegeben von Judith Kasper und Cornelia Wild. Die Allgegenwärtigkeit der Tropen Roms erschließt sich in den sprachlichen Strukturen, die von der Antike bis zur Moderne stets verborgen haben, wodurch sie sich konstituieren. Ob im politischen Körper oder im Gesetz der Buchstaben wirkt Rom mit seinen Bedeutungen manifest oder latent nach. Die in diesem Band vorgenommenen Lektüren zielen darauf, das anagrammatische Spiel, in das Roma seit je impliziert ist, zu nutzen, um im unvermeidlichen Bezug unserer Kultur auf Rom überraschende Wendungen und Inklinationen herauszuarbeiten. Die kommentierte Anthologie versammelt Essays zu ausgewählten Passagen aus den Werken von Lucan, Plutarch, Quintilian, Augustinus, Petrarca, Luther, Du Bellay, Gracián, Vico, Baudelaire, Zola, Saussure, Freud, Derrida und vielen anderen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2016
Uwe Walter entdeckt und überblättert auch manchmal in dieser von Judith Kasper und Cornelia Wild herausgegebenen Anthologie mit Kommentaren zu schlauen Rom-Ansichten von Ovid bis Kittler. In manchen der Beiträge scheinen ihm Hermeneutik und Dada zwar allzu wilde Allianzen einzugehen oder auch Säulenheilige wie Freud oder Foucault überstrapaziert zu werden. Wie allerdings Barbara Vinken Augustinus rezipiert oder Pablo Orozco Paul Valéry, das scheint ihm die Lektüre allemal wert. Ebenso John T. Hamiltons Petrarca-Lektüren.
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