Essays von Susanne Lange, Gabriele Conrath-Scholl und Ingrid Sischy. Die Fotografien in "Chapalingas" entstanden auf Rosalind Solomons Reisen nach Mittel- und Südamerika, außerdem in asiatischen und europäischen Ländern sowie in den Südstaaten der USA. Im Mittelpunkt ihrer Bildmotive stehen die Menschen und ihre Beziehungen zueinander. Es sind Momente des Alltags, Feste, Rituale, kulturelle Kontraste, die hier festgehalten sind, außerdem Architektur- und Landschaftsbilder. Sie zeugen von großer Entdeckerfreude und zielsicherer Umsetzung von Beobachtungen in sensibel abgestimmte Bilder.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.04.2003
Immer stünden Menschen im Mittelpunkt ihrer Bilder, aber selten stünden sie allein: diese Beobachtung machte Helmut Mauro beim Durchblättern des schönen Bildbandes der Fotografin Rosalind Salomon, von der mit "Chapalingas" nur ein Ausschnitt ihres umfangreichen Werkes präsentiert wird, so Mauro. Die Menschen im peruanischen Hochland oder im guatemaltekischen Höhlenbad seien eingebettet in scheinbar nebensächliche Umgebungen, erläutert der Rezensent seine Beobachtung, die aber gerade dadurch das Wesen und die Intentionen der Porträtierten betonten. Für ihn bleibt Salomon nie auf einer bloß journalistischen Ebene haften, sondern komponiert regelrecht "Bildprosa", wie er das nennt; selbst in fast menschenleeren Bildern gäbe es stets eine Kleinigkeit, die eine Irritation beim Betrachter erzeugen würde und somit das Bildverständnis vertieften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.03.2003
Der Band "Chapalingas" bietet die Möglichkeit, das gewaltige unbekannte fotografische Werk von Rosalind Solomon zu entdecken, berichtet Rezensent Ulf Erdmann Ziegler. Wie Ziegler ausführt, bereiste die heute 73-Jährige, in Manhatten lebende Fotografin nach einer Ausbildung bei Lisette Model Südamerika, Asien und Afrika und fotografierte dort arme Bauernpaare, glückliche Stammeskinder, amputierte Twens und Heilige. Dabei knüpfe Solomon beim "pedantisch geordneten Bildraum" an, in dem die Akteure wie auf einer experimentellen Bühne agierten. "Einerseits stellen sie sich - rituell - zum Portrait, andererseits geben sie etwas preis, was darüber hinausgeht", erklärt der Rezensent, "genau bevor die Anekdote die Ikone auslöscht, zieht Solomon die Bremse." Er hebt hervor, dass Solomon, wie viele Globetrotter, vom Wunsch nach einer extremen Erfahrung getrieben sei. Ihr soziales Auge sei scharf genug, um den exotischen Thrill zu schleifen, und ihr Staunen vor dem Fremden groß genug, um nicht mit dem Elend unfair zu paktieren. Insgesamt findet Ziegler den Band für ein fotografisches Buch trotz seines schwierigen Materials "etwas zu glatt und zu gezielt mittelgrau gehalten". Denn: "Solomons Wurzel im Handwerk reicht noch tiefer."
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