Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die nach dem Fall des Kommunismus dem Massenelend in ihrer bulgarischen Heimat entflieht, um schließlich im Wiener Exil zu sich selbst zu finden. Die Geschichte der Protagonistin ist auf weniger als 24 Stunden zusammengedrängt. Während wir sie an einem normalen Arbeitstag in einem Gasthaus in Wien begleiten, werden in einer Reihe von Rückblenden Schlüsselerlebnisse ihrer Vergangenheit - vom Anfang der 60er bis Mitte der 90er Jahre - beleuchtet und mit dem Alltag ihres Lebens als illegale Immigrantin verknüpft.
Barbara Oertel zeigt sich überrascht von der Authentizität der Beschreibungen in Roumen M. Everts neuem Roman "Die Immigrantin". Auf verblüffende Weise gelinge dem Autor der genaue Einblick in die Gefühlswelt seiner Protagonistin Lena, die von Bulgarien nach Wien aufbricht, um dort für sich und ihre unfreiwillig zurückgelassenen Kinder ein besseres Leben zu erwirtschaften. Der Geschichte über Hoffnung und Verzweiflung bescheinigt Oertel große politische Relevanz und Aufklärungspotenzial. Denn trotz EU-Beitritt seien bulgarische Kultur, Geschichte und Politik außerhalb des Landes weitgehend unbekannt, stattdessen herrschten Vorurteile, vor allem in Hinsicht auf Korruption und Armut. Den Roman hält die Rezensentin daher für eine gute Gelegenheit, diese "Terra incognita" bekannter zu machen.
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