"Sie kamen zu einer Insel, die nördlich des Landes lag und gingen dort hinauf und sahen sich bei gutem Wetter um. Sie fanden Tau auf dem Gras und berührten als Erstes mit den Händen den Tau und führten ihn zum Mund und dachten, noch nie etwas Süßeres gekostet zu haben." So wird in der Grænlendinga Saga die Ankunft der Wikinger in Amerika beschrieben. Rudolf Simek erzählt hier die Geschichte dieser Entdeckungsreise und schildert, wie deren archäologische Spuren im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurden. Was trieb die Wikinger rund 400 Jahre, bevor Christoph Kolumbus in die Neue Welt aufbrach, zu ihrer gefährlichen Reise durch das Nordmeer? Abenteuerlust, Mangel an wichtigen Rohstoffen und Nahrungsquellen? Woher stammten diese Entdecker überhaupt, die wir recht unpräzise mit dem Begriff "Wikinger" bezeichnen, und welche Quellen erzählen ihre Geschichte(n)?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2016
Großes Thema, schwaches Buch, urteilt Rezensent Thorsten Gräbe über Rudolf Simeks Versuch, die historischen Hintergründe und archäoloischen Funde zur Entdeckung Amerikas durch die Wikinger darzustellen. Auswahl und Gewichtung der Darstellung findet Gräbe nicht überzeugend. So geht der Autor laut Gräbe nicht auf die Bedeutung der Grönländer-Sagas als Urtexte der amerikanischen Frontiergeschichte ein, hält sich stattdessen aber unnötig lange mit den laut Rezensent belanglosen Selbstbezeichnungen der Wikinger auf. Ärgerlich findet Gräbe außerdem die Nachlässigkeiten im Buch. Falsche Jahreszahlen, ungenaue Quellenlektüre und sprachliche Fehltritte machen ihm die Lektüre schwer. Über die Debatten der Forschung zur sprachgeschichtlichen Beurteilung der Weideland-Deutung erfährt der Rezensent auch nichts.
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