Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Dieser Band enthält ältere, bislang unübersetzte und neueste Gedichte Ryszard Krynickis. Mit einer kontrapunktischen Zusammenstellung nimmt "Stein aus der Neuen Welt" eine ganz besondere Akzentuierung vor: Sie lenkt die Aufmersamkeit des Lesers auf die existentialphilsosophische Fragestellung im Werk von Ryszard Krynicki, die für seine Lyrik mindestens ebenso sehr von Bedeutunge ist wie das politisch-gesellschaftliche Engagement.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.02.2001
Sylvia Geist preist den polnischen Lyriker als eine der "wichtigsten poetischen Stimmen seiner Generation" und auch von diesem Gedichtband, der ältere Gedichte, die hier erstmals ins Deutsche übersetzt sind sowie ganz neue Gedichte enthält, ist sie höchst angetan. Sie erkennt in der Gedichtauswahl einen stark symmetrischen, dabei "kontrapunktischen" Aufbau und hebt besonders die "Haltung der Empathie" hervor, die diese Verse prägt. Sie lobt Krynicki dafür, dass er auf "glanzvolle Effekte" verzichtet und sieht in den Gedichten vor allem dargelegt, dass es nicht die Aufgabe der Kunst sein kann, "Ordnung ins Chaos" zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2000
"Exquisite Lyrik", lobt der Rezensent Ulrich M. Schmid den Lyrikband des polnischen Dichters Ryszard Krynicki. Doch man muss sich schon Zeit nehmen, um die oft sprachlich stark reduzierten Gedichte verstehen zu können. Die "komprimierte Dichte" seiner Texte lasse deutlich den Einfluss von Friedrich Hölderlin, Paul Celan und Nelly Sachs erkennen. Aber das findet der Rezensent in Ordnung, denn er meint, Lyrik habe ein Recht auf langsame Lektüre.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 19.10.2000
Ilma Rakusa ist sehr angetan von dieser Gedichtauswahl, die Älteres und Neueres aus der Lyrik des Autors versammelt. Den besonderen Vorzug sieht sie in der Schlichtheit der Verse, die ohne sprachliche Spielereien, ohne "Hysterie, emotionale Aufwallungen, Zeitgeist-Hektik" auskommen. In den zeitlos anmutenden Gedichten vermeide Krynicki jedoch nicht die Auseinandersetzung mit der Geschichte, lobt die Rezensentin, vielmehr handelten viele von ihnen vom Holocaust und wendeten sich damit gegen Vergessen und Verdrängung. Trotz der "gelassenen Konzentriertheit" lassen sie "Schwerstarbeit" in der Auswahl, Anordnung und Verdichtung des Sprachmaterials erahnen, so die Rezensentin, die den Autor zu den "wichtigsten lyrischen Stimmen Polens" gezählt wissen will.
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