Herausgegeben von George Craig, Martha Dow Fehsenfeld, Dan Gunn und Lois More Overbeck. Aus dem Englischen und Französischen von Chris Hirte. Während der Kriegsjahre in Frankreich war der Austausch von Briefen vielfach erschwert oder schlicht zu gefährlich. Nach Kriegsende jedoch setzt ein Strom von Briefen ein, deren Fülle und Wucht den publizierten Werken in Samuel Becketts fruchtbarsten Jahren in nichts nachsteht. Besonders die Briefe an den Kunsthistoriker Georges Duthuit, die das Entstehen von Molloy, Malone stirbt, Der Namenlose und Warten auf Godot begleiten, werden zum Prozess einer Selbstfindung. In immer neuen Anläufen dringt Beckett zum Kern der Ästhetik vor, die seine Werke prägt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2014
Samuel Beckett betrachtete seine Korrespondenz kaum als Raum für Kommunikation, er nutzte sie um in den Briefen über die Sprache und sein Schreiben zu reflektieren, in der typisch Beckett'schen Manier, scheinbar über Belangloses schreibend, mit verqueren Wortspielen und ebensoviel untergründigem Humor wie tiefer Melancholie, berichtet Jan Wilm. "Ein Unglück, das man bis zum Ende verteidigen muss" umfasst die Briefe von 1941 bis 1956, also auch den Wechsel vom Englischen ins Französische, für den Beckett sich nach dem Krieg entschied, so der Rezensent, der von der feinfühligen Arbeit des Übersetzers Chris Hirte begeistert ist. Besonders spannend findet Wilm, wie Beckett mit dem einsetzenden Erfolg seiner Arbeit umging. Er wollte damit nichts zu tun haben, verrät der Rezensent: "Beckett war Schreiber. Sonst nichts."
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