Sandra Kegel (Hg.)

Prosaische Passionen

Die weibliche Moderne in 101 Short Stories
Cover: Prosaische Passionen
Manesse Verlag, Zürich 2022
ISBN 9783717525462
Gebunden, 928 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Frauen schreiben anders! Katherine Anne Porter schreibt anders als Eileen Chang, Alfonsina Storni schreibt anders als Marina Zwetajewa, Edith Wharton schreibt anders als Else Lasker-Schüler, Clarice Lispector schreibt anders als Carson McCullers, Marguerite Duras schreibt anders als Tania Blixen, Djuna Barnes schreibt anders als Grazia Deledda, Selma Lagerlöf schreibt anders als Silvina Ocampo, Anaïs Nin schreibt anders als Tove Ditlevsen und Sofja Tolstaja schreibt anders als Virginia Woolf. Diese erste globale Prosasammlung weiblichen Schreibens um und nach 1900 zeigt: Die literarische Moderne war ganz wesentlich weiblich! Nicht nur in Europa, überall auf der Welt veränderte sich das künstlerische Selbstverständnis von Frauen von Grund auf. Sie eroberten sich kreative Freiräume, machten weibliches Denken und Fühlen literaturfähig, vor allem aber schufen sie große Erzählkunst und behaupteten sich so auf dem Feld der Hochliteratur, die bis dahin als exklusive Männerdomäne galt. Ab 1900 ist Weltliteratur nicht mehr bloß ein Gruppenbild mit Dame.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 02.01.2023

Wie eine rein weibliche Literaturgeschichte der Moderne aussieht, kann Maike Albath jetzt in der von Sandra Kegel herausgegebenen Anthologie "Prosaische Passionen" nachlesen. Ausführlich zitiert die Rezensentin bewegende Texten aus über 900 Seiten, gefüllt von Schriftstellerinnen der Geburtenjahrgänge 1850 bis 1921, die sie in vielerlei Hinsicht als Pionierinnen charakterisiert. Sowohl die Themen als auch die Herkunftsländer decken eine riesige Bandbreite ab, wie Albath schreibt, Ghana ist ebenso vertreten wie der Iran, die USA oder Österreich, sie erwähnt Passagen dramatischer Lebensereignisse wie Geburten, doch auch Vergnügen, Parties, Alkohol, kommen vor. Die Kritikerin ist nicht nur von den poetischen Texten beeindruckt, sondern auch von der editorischen Leistung, auch wenn sie sich gewünscht hätte, dass Kegel deutlicher gemacht hätte, dass der Band nicht nur Kurzgeschichten, sondern vereinzelt auch Romanauszüge enthält. Das ist für sie angesichts der großartigen Texte, die einen großen und inspirierenden weiblichen Kanon bilden, aber Nebensache und sie empfiehlt die Anthologie begeistert und begeisternd weiter.

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