Sarah Schmidt

Seht, was ich getan habe

Roman
Cover: Seht, was ich getan habe
Pendo Verlag, München 2018
ISBN 9783866124356
Gebunden, 384 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Pociao. "Vater ist tot!" Zutiefst verstört starrt Lizzie Borden ihren Vater an, der blutüberströmt auf dem Sofa liegt. Auch ihre Stiefmutter wird tot aufgefunden - ebenfalls hingerichtet mit einer Axt. Eindeutige Spuren sind an jenem schicksalhaften Morgen des 4. August 1892 kaum auszumachen, dafür häufen sich die Fragen. Denn während die Nachbarn in Fall River, Massachusetts, nicht begreifen, wie einer so angesehenen Familie etwas derart Grausames zustoßen kann, erzählen diejenigen, die den Bordens wirklich nahestehen, eine ganz andere Geschichte: von einem jähzornigen Vater, einer boshaften Stiefmutter und zwei vereinsamten Schwestern. Schnell erklärt die Polizei Lizzie zur Hauptverdächtigen, deren Erinnerung jedoch lückenhaft ist. Wo war sie zum Zeitpunkt der Morde? Saß sie wie so oft unter den Birnbäumen und träumte vor sich hin? Oder ist sie doch verantwortlich für diesen Albtraum?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.04.2018

Rezensentin Syliva Staude hat der Debütroman von Sarah Schmidt "Seht, was ich getan habe" erschaudern lassen. Die Australierin habe sich an dem berühmten historischen Fall der Lizzie Borden inspiriert, die 1892 sowohl ihre Stiefmutter als auch ihren Vater mit einer Axt ermordet haben soll. Die Erzählerinnen aus dem Borden-Haus, Lizzie, ihre Schwester Emma und das irische Hausmädchen, berichten äußerst sinnlich von Gerüchen und Temperaturen. So kann Staude besonders gut nachempfinden, wieso sich die Schwestern in die Ecke gedrängt fühlen. Schmidt braue mit den Abhängigkeiten der Familienmitglieder voneinander und einem gleichzeitigen Psychoterror, den sie die Figuren aufeinander ausüben lasse, ein "höllisches Gemisch Bordenscher Seelenlagen". Auch wenn sie den vierten außenstehenden Erzähler recht überflüssig findet, ist die Rezensentin tief beeindruckt von dem "klaustrophobischen Roman", der so entsteht.

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