Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit. Edie und Mae sind Schwestern. Die Mutter der beiden hat versucht sich umzubringen, und nun werden sie weggeschafft, aus ihrem Heimatkaff in Louisiana nach New York, aus der Obhut einer labilen Fantastin zum weltberühmten Schriftstellervater, der die Familie vor Jahren verließ. Für Edie bedeutet die neue Umgebung einen unverzeihlichen Verrat, für Mae die langersehnte Möglichkeit der Befreiung. Schnell kommt es zum Bruch. Während die eine einen verzweifelten Rettungsversuch unternimmt, lässt sich die andere ein auf die Zuneigung des Vaters und die Bitte, ihm beim Schreiben seines neuen Romans über die Mutter zu helfen. Alle sind sie getrieben von einer Obsession: Verstehen, was zwischen ihnen, was tief in ihnen vor sich geht. Ein Roman über das Schicksal zweier Schwestern und die Kräfte, die in einer Familie wirken. Über das, was in unserem Inneren tobt, und die Wirklichkeit. Und wie zwischen beidem vermittelt wird, durch Sprache, Liebe, Kunst …
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.06.2020
Obwohl Katya Apekinas Roman ein weiteres Familiendrama über seelische Abgründe sei und auch recht konventionell beginne, ist Rezensent Rainer Moritz doch beeindruckt von diesem Buch. Es erzählt von zwei Töchtern, die zu ihrem Vater, einem erfolgreichen Autor, nach New York ziehen, der die Mutter einst psychisch zerstört und die Familie verlassen hat. Dem Rezensenten gefällt, dass Apekina ihre Figuren nicht bis ins Letzte psychologisch ausleuchte, sondern multiperspektivische "Puzzleteile" anbiete, die der Leser selbst zusammensetzen könne. Ein "wohltuend komplexes" Buch über Abhängigkeiten, Grausamkeiten und über künstlerische Ausbeutung, lobt Moritz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.02.2020
Rezensentin Katharina Granzin ist eingenommen von Katya Apekinas Debütroman "Je tiefer das Wasser". Der Roman erzählt von einem Familiendrama, dem Bruch zwischen zwei jugendlichen Schwestern, die nach dem Selbstmordversuch ihrer Mutter von Louisiana nach New York zum Vater übersiedeln. Tiefgreifend behandelt der Roman die Wirkung toxischer Beziehungen und erzeugt aus Sicht der Rezensentin ein "multiperspektivisches und farbiges Erzählpuzzle". Granzin ist angetan von dem "polyphonen Verfahren", das die Autorin in ihrem Roman nutzt, indem sie die Geschichte von verschiedenen Ich-Erzählern aus unterschiedlichen Zeitkontexten schildern lässt. "Virtuos arrangiert" Apekina der Rezensentin zufolge ihren Erzählchor, verliert dabei aber keineswegs die Leichtigkeit in ihrem Erzählton.
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