Saree Makdisi, Professor für englische Literatur und vergleichende Literaturwissenschaft an der UCLA in Los Angeles, ein Neffe des 2003 verstorbenen Harvard-Professors Edward Said, legt mit "Palästina - Innenansichten einer Belagerung" keine neue Chronik israelischer Besatzungspolitik seit 1948 vor, sondern eine detaillierte Untersuchung des alltäglichen Lebens der Menschen, die einem auf Militärrepression gegründeten kolonialen Besatzungsregime ausgesetzt sind. Saree Makdisi belegt anhand bisher unveröffentlichter Dokumente aus den israelischen Militärarchiven und anhand der minutiösen Dokumentation der Fragmentierung palästinensischer Gebiete seine Sicht, dass eine Zweistaatenlösung längst illusorisch geworden ist. Makdisi sieht als einzige realistische Alternative einen multiethnischen, demokratischen Staat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2012
Heiko Flottau schätzt Saree Makdisis Bericht über die bürokratischen und politischen Schikanen, mit denen Palästinenser täglich zu kämpfen haben für seine Detailliertheit und die dahinter stehende exzellente Recherche des Autors. Als Kombination aus persönlichen Erlebnissen, Berichten und Recherchen internationaler Organisationen (u.a. der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem) überzeugt Flottau die Dokumentation auf ganzer Linie. Sichtlich schockiert zeigt er sich angesichts der dokumentierten Misshandlungen an den israelischen Kontrollpunkten im Westjordanland, der Willkür bei Razzien und der Gewalt gegen Kinder. Die von Flottau häufig konsultierten Statistiken im Anhang des Bandes sind geeignet, das Grauen zu verstärken.
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