Wir werden immer flexibler, dynamischer und mobiler. Nur erwachsen werden wir nicht mehr. Wenn uns der globale Wind zu krass ins Gesicht bläst, ziehen wir die Kapuze über den Kopf, stopfen die Hände in die Taschen und sneaken flinken Retro-Turnschuhs ins Kindchenschema weg. Sascha Lehnartz zeichnet das sarkastische Porträt einer Gesellschaft, die schon lange nicht mehr weiß, wie es politisch, moralisch oder ästhetisch weitergehen soll. Alle fünf Jahre entdeckt eine neue "Generation", dass es nicht leicht ist, damit klarzukommen, daß nichts mehr klar ist. Die Autoritäten sind erfolgreich demontiert und bloßes Dagegensein taugt als Haltung schon lange nicht mehr, wird aber weiter munter geprobt. Schuld an der allseits verbreiteten Planlosigkeit sind die Globalisierung, der Pop und natürlich wir selbst. Ein nachhaltiges Plädoyer dafür, wenigstens ab und zu den Versuch zu unternehmen, trotz allem irgendwie erwachsen auszusehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.11.2005
Dass Sascha Lehnartz in seinem Buch "Global Players", in dem der 1969 geborene Autor sich an einer Beschreibung seiner Generation versucht, nebenbei auch Peter Hahnes "Bestsellerchen" über das "Ende der Spaßgesellschaft" "herunterputzt" bereitet Markus Brauck Genugtuung, wie er unumwunden zugibt. Nach Ansicht des begeisterten Rezensenten "ragt" das Buch von Lehnartz "aus der Masse der Generations- und Zeitdiagnostikliteratur" nicht zuletzt deshalb heraus, weil der Autor "scheitert". Lehnartz sieht sich weder in der Tradition der 68er noch der Konservativen a la Hahne, die eine "Rückkehr zu alten Werten" fordern, und kann sich trotz aller Bemühen nicht vollständig von der bei Hahne gegeißelten "Ironie" verabschieden, konstatiert der Rezensent. Denn bei allen Versuchen "ernsthaft" zu bleiben und "Haltung zu zeigen" gerate ihm die Zustandsbeschreibung seiner Generation doch zu "andauerndem politischem Kabarett", während das Buch gleichzeitig nicht verbergen könne, wie sehr sich der Autor immer wieder "verrennt und widerspricht". Schlussendlich gibt es eben keine andere Möglichkeit, "als die Unsicherheit auszuhalten", meint der Rezensent, der es Lehnartz positiv anrechnet, dies wenn schon nicht "auf den Punkt", dann wenigstens "zur Sprache gebracht" zu haben.
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