Sebastian Domsch

Brooklyn: Ort der Literatur

Cover: Brooklyn: Ort der Literatur
Edition Text und Kritik, München 2024
ISBN 9783967079593
Kartoniert, 131 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Brooklyn ist down, Brooklyn ist in - auf jeden Fall aber ist es immer eine Geschichte wert. Jahrzehntelang im Schatten von Manhattan hat sich Brooklyn vor allem seit der Jahrtausendwende zu so etwas wie dem ironisch schlagenden Herzen der amerikanischen Gegenwartsliteratur entwickelt, mit Autor:innen wie Paul Auster, Jennifer Egan, Colson Whitehead, Jonathan Safran Foer, Nicole Krauss und Jhumpa Lahiri. Der Bogen des literarischen Brooklyns, dem man in diesem Buch folgen kann, fängt aber bereits bei Walt Whitmans Rhapsodien auf die Brooklyn Ferry und Hart Cranes modernistischer Feier der Brooklyn Bridge an, und zieht sich über den Beginn des "Brooklyn Cool" bei Truman Capote und dem February House bis zur Gegenwart bei Jonatham Lethem und Paula Fox.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.10.2024

Rezensentin Isabella Caldart findet zwar interessant, wie sich Sebastian Domsch in seinem Buch dem New Yorker Stadtteil Brooklyn nähert. Anhand verschiedener literarischer Texte von Brooklyner AutorInnen wie etwa Walt Whitman, Betty Smith oder Jonathan Lethem erzählt der Anglist von der historischen Entwicklung Brooklyns: vom gemiedenen Drogen- und Kriminalitätsviertel hin zur Hipster-Hochburg, in der sich gerade auch Kunstschaffende tummeln. Dabei geht es um das Verhältnis zu Manhatten, um die große Bedeutung des "Battle of Brooklyn" am 27. August 1776 und um verschiedene berühmte Orte wie die Brooklyn Bridge oder die Bar "Brooklyn Inn". Auch, dass Domsch in seiner literarischen Auswahl auf Paul Auster als den wohl berühmtesten Brooklyner verzichtet, findet die Kritikerin zwar kurz verwunderlich, aber "erfrischend". Nur leider weise die Domschs Auswahl eine andere große Schwachstelle auf: Nicht-weiße Schriftsteller*innen würden, bis auf einige Nennungen im Literaturverzeichnis, weitgehend ausgeklammert - obwohl doch gerade die Schwarze, Asian-American- und Latino-Bevölkerung so wichtig für den literarischen "Schmelztiegel" Brooklyn sei, wie Caldart anmerkt. Für die Kritikerin ein grober Schnitzer in einem ansonsten "unterhaltsam" geschriebenen und gut recherchierten Buch.

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