Zwischen Amsterdam und Zürich, entlang des Rheins, erstreckt sich Europas Herzland - von Kaisern begehrt, von Armeen umkämpft, von Dichtern gepriesen. Wer Europa verstehen will, muss die Geschichte dieser Region kennen: den ständigen Zwist zwischen großen und kleinen Mächten, den Kampf zwischen Vereinheitlichung und trotziger Selbstbehauptung. Nicht zufällig befinden sich alle Institutionen der EU in der Region, die das Schicksal des Kontinents wie kaum eine andere widerspiegelt. Wunderbar leicht und höchst eigenwillig erzählt Simon Winder von diesem Herzland, mit all seinen Sonderbarkeiten voller Kultur, Schönheit und Schrecken: von Waterloo bis Verdun, von Asterix bis zu den Nibelungen, von Rubens bis Karl Marx, von Gouda bis zum Edelzwicker.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020
Es ist die Haltung des Autors, die Rezensent Stephan Speicher in seiner Besprechung herausstellt und bewundert. In manchen Beurteilungen - etwa des Hochmittelalters als "fröhlichste" Ära Europas - mag und muss man ihm nicht folgen, findet der Kritiker. Aber unbedingt nachahmenswert scheinen ihm doch Leichtigkeit und Humor mit denen Simon Winder, im Brotberuf Cheflektor bei Penguin Books, diesen Abschlussband seiner Trilogie über Mitteleuropa geschrieben hat. Vor allem hat Speicher die Achtung beeindruckt, die der Autor alten Kunst- und Lebensformen entgegenbringt. Reiseeindrücke und Wissen sind für den Kritiker hier auf kluge Weise zueinander gekommen.
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