Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens und Andreas Ecke. Die Six-Dynastie gehört seit dem Goldenen Zeitalter zu den politisch und kulturell bedeutendsten Familien des Landes. Geert Mak folgt den Spuren dieser Familie, die seit mehr als vierhundert Jahren in Amsterdam ansässig ist, und erweckt ihre Geschichte und Geschichten zu neuem Leben. Er erzählt die Biografie der Familie bis heute und entwirft zugleich ein Panorama ihrer unterschiedlichen Epochen. Jan Six - Mäzen, Aufklärer, Kunstsammler, Amsterdamer Regent und verewigt auf einem der schönsten Porträts, das Rembrandt je schuf - gilt als Begründer der Dynastie und hatte eine ganze Reihe von Nachkommen, von denen der jeweils Erstgeborene seinen Namen trug. Wie er gelangten viele von ihnen in den darauffolgenden Jahrhunderten in Kunst, Politik und Wissenschaft zu Reichtum und Ruhm. Andere Familienmitglieder wiederum verbrachten ihr Leben in Armut und Einsamkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2016
Barbara Beuys ist enttäuscht: Das hohe erzählerische Niveau, das der niederländische Autor Geert Mak mit seinem vor fünfzehn Jahren erschienenen Roman "Das Jahrhundert meines Vaters" erreichte, kann diese Geschichte der Amsterdamer Dynastie Six leider nicht halten, klagt sie. Das liegt zum einen daran, dass Mak allein die Hälfte des Buches für den ersten, 1618 geborenen Kunstsammler und Mäzen Jan Six verwendet; die übrigen neun Generationen hingegen auf den restlichen Seiten abhandelt, berichtet die Kritikerin. Zum anderen bemängelt Beuys, dass der Autor die eigentlich spannende und ergiebige Familiengeschichte mit einer Vielzahl von historischen Lektionen streckt und dabei nicht nur die einzelnen Protagonisten aus den Augen verliert, sondern auch allzu oft "Klischees" bemüht. Darüber hinaus hätte die Rezensentin allerdings gern etwas über den großen prägenden Einfluss des Judentums in Amsterdam oder die Umstände, unter denen der zweite Jan Six die Gemäldesammlung der Familie vor den Nazis rettete, erfahren.
Dirk Schümer bekommt mit Geert Maks Versuch einer Familienchronologie über 400 Jahre ein funkelndes Stück Literatur und ein alteuropäisches Geschichtspanorama. Vor allem die Anfänge der Patrizierfamilie Six sind für Schümer spannend, weil sie zugleich das Goldene Zeitalter der Niederlande zeigen. Der "bunte" Erzählstil des Autors scheint Schümer gut zu dieser Epoche zu passen. Allerdings garniert der Autor seine Schilderungen von Calvinisten und Ostindienfahrern darüber hinaus mit Einzelheiten aus dem Sixschen Familienarchiv, meint Schümer, ein klarer Wettbewerbsvorteil vor anderen Geschichtserzählungen. Mit welcher Verve Mak den historischen Rahmen mit der Familiengeschichte und dem bunten Stammbaum der Six füllt, ihren Netzwerken, den Standeszwängen und Privilegien, findet Schümer meisterhaft.
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