Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien - um am Ende doch zurückzufinden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.05.2018
Rezensentin Antje Weber lässt sich von den stilistisches Patzern in Sina Flammangs Debütroman nicht täuschen und widersteht dem Drang, das Buch schon nach den ersten paar Seiten wieder wegzulegen. Und daran tut sie gut, denn abgesehen von den etwas monotonen Vergleichen, die Flammang wähle und dem etwas süßlichen Ende, könne das Buch mit allerlei unerwarteten Wendungen und interessanten Einsichten in die Welt einer Jugendlichen aufwarten, stellt die Kritikerin schließlich fest. Maris Schwester verschwindet, als Mari noch ein Kleinkind ist. Mehr als zehn Jahre später taucht sie wieder auf und das Leben der jungen Heldin, welches vorher schon von Trauer und Verlust geprägt gewesen war, bekommt nochmal eine ganz andere bittere Note, denn jetzt fangen die Probleme erst so richtig an. Maris Schwester ist nämlich nicht mehr dieselbe, lesen wir. Flammang erzähle eine tragische und packende Geschichte und schaffe es nebenbei, dem Leser die jugendliche Psyche der jungen Protagonistin verständlich zu machen, lobt die Rezensentin und schließt: ein überraschend "stimmiges" und authentisches Buch.
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