Elly ist weg. Eines Tages verschwindet die Elfjährige spurlos aus dem Leben ihrer Familie. Ihre Eltern und ihre ältere Schwester bleiben zurück und versuchen trotz des Verlustes weiterzumachen. Doch die drei können nicht loslassen, Elly bleibt allgegenwärtig, in Gedanken, Taten und Schuldgefühlen. Jeder spielt den Tag, nach dem nichts mehr war wie zuvor, unablässig im Kopf durch. Die Suche nach Elly hört nicht auf, alle Beteiligten schaffen sich ihren eigenen Ersatz für das Verlorene.
'Elly' erzählt von Trauer und Hoffnung und darüber, wie eine Familie durch das Verschwinden der Tochter jegliche Gewissheiten verliert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2018
Rezensent Andreas Platthaus zeigt sich enttäuscht von Maike Wetzels Roman. Einem vielversprechendem Auftakt, in dem die Autorin mit karger Sprache die Geschichte einer von Fantasie bestimmten Mädchenfreundschaft in einem Krankenhaus erzählt, folgt laut Rezensent ein Perspektivwechsel, ein Bruch nach dem anderen, bis die schöne Rätselhaftigkeit der Handlung flöten geht. Wetzels nach Art eines Horrorroman verfolgtes Spiel mit der Identität ihrer Protagonistin führe letztlich zu einer übersinnlichen Lösung, die den Text für Platthaus nicht bereichert, sondern ihm schadet, weil die Geschichte dadurch weniger verstörend wirke.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.09.2018
Rezensentin Judith von Sternburg scheint Maike Wetzels neuer Roman "Elly" Schauer über den Rücken gejagt zu haben. Die Geschichte dreht sich ihr zufolge darum, wie Ellys Familie nach dem Verschwinden der elfjährigen Tochter weiterlebt. Anhand der Beschreibung kleiner Handlungen beweise Wetzel ein immenses psychologisches Gespür für ihre Figuren und könne so quälend genau nachempfinden machen, wie grausam es ist, dass die Zeit nach einer solchen Katastrophe einfach weiterläuft und dass Reden keinen Trost bringt. Dass die Autorin ihr so kompromisslos gezeigt hat, wie bodenlos ein solches Unglück sein kann, hat die beeindruckte Rezensentin offenbar tief bewegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.08.2018
Bevor sich Maike Wetzel der Regie widmete, veröffentlichte sie zu Beginn der Nullerjahre bereits zwei lesenswerte Erzählbände, erinnert Rezensent Christoph Schröder. Mit "Elly" legt die Autorin nun auch ihren ersten Roman vor, fährt der Kritiker fort und staunt, wie man auf nur 140 Seiten noch "zu viele Worte" machen kann. Denn die deutlich von Bart Laytons Film "Der Blender" aus dem Jahre 1994 inspirierte Story um die spurlos verschwundene Elly, deren Familie nicht erst nach dem Verlust zerbricht, sondern schon zuvor in Trümmern lag, wie der Rezensent resümiert, enttäuscht nicht nur mit "bedeutungsschwangeren" Phrasen, sondern vor allem durch "erzählstrategische Fehlentscheidungen", klagt er. Wenn Wetzel eine falsche Elly auftauchen lässt und schließlich das Schicksal der echten Elly aufklärt, nimmt sie diesem allzu vorhersehbaren Roman wirklich jedes Geheimnis, schließt er.
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