Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2006
Rezensent Uwe Walter vermisst bei Stefan Knochs Studie das nötige "Sensorium" für Methode und Wissenschaftsgeschichte, aber auch für Höflichkeit gegenüber dem Leser. Beides sei insofern verbunden, als die "technisch-trockene" Darstellung die Sprache der Quellentexte benutze. Vor allem inhaltlich sieht der Rezensent hier eine Art von "kapitulatorischen Ausweichens" vor einer zeitgemäßen Einordnung und Beschreibung vorliegen. Der Autor setze hier "brav" eine positivistische Tradition der Mainzer Akademie fort, die im Kalten Krieg einmal die antike Sklaverei vor marxistischer beziehungsweise ökonomischer Kritik retten und humanistisch aufwerten sollte. Damals habe man die Begriffe Humanität und Fürsorge der Sklavenhalter als ausreichende "Analysewerkzeuge" wiederverwertet im Kampf gegen eine moderne und kritische Theoriebildung. Der Autor wiederholt aus Sicht des Rezensenten nun diese Art der Methodik mit dem Resultat, dass die Wörter "wie Mühlsteine" an seinem Hals hängen. Gleichwohl könne man das Buch als "zuverlässiges Auskunftsmittel" zu Detailfragen verstehen, auch wenn es keine "Überraschungen" biete.
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