Karen Piepenbrink

Christliche Identität und Assimilation in der Spätantike

Probleme des Christseins in der Reflexion der Zeitgenossen
Cover: Christliche Identität und Assimilation in der Spätantike
Verlag Antike, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783938032060
Gebunden, 432 Seiten, 54,90 EUR

Klappentext

Die Bedingungen für das Christsein änderten sich in der Spätantike grundlegend. Mit der Hinwendung der römischen Kaiser zum Christentum und der Förderung der Kirche verbreitete sich die christliche Religion in einem zuvor ungekannten Tempo und Ausmaß. Christliches und Nichtchristliches verschmolzen - und es wurde immer schwieriger zu bestimmen, was überhaupt das Christsein ausmacht. Diese Frage beschäftigte die christlichen Autoren der Spätantike sehr. Viele von ihnen kritisierten den Prozeß der "Verweltlichung" der Kirche und propagierten asketische Gegenentwürfe. Während sich die moderne Forschung damit bereits auseinandergesetzt hat, sind die Reflexionen der Autoren über die Probleme "gewöhnlicher" Christinnen und Christen weitgehend unbeachtet geblieben. Welche Fragen man sich stellte und welche Lösungen man erwog, wird in der vorliegenden Studie erstmals systematisch rekonstruiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2005

Zufrieden zeigt sich Rezensent Mischa Meier mit dieser Habilitationsschrift von Karen Piepenbrink, die nach den "normalen Christen" im verfallenden Römischen Reich sucht. Im Mittelpunkt der Arbeit sieht Meier die Frage, welche Probleme im Christentum in Bezug auf die durchschnittlichen Gläubigen und ihren Alltag bewegt diskutiert wurden. Um diese Frage zu beantworten, habe sich Piepenbrink durch das christliche Schrifttum im Westen des Römischen Reichs im 4. und frühen 5. Jahrhundert gearbeitet - mit "entsagungsvoller Disziplin". Wie Meier berichtet, fasst Piepenbrink in ihrer Auswertung der zeitgenössischen Literatur die darin besprochenen Fragen und Probleme in sechs größeren Themenkomplexen zusammen, die von der Hinwendung zum Christentum über Probleme der Zugehörigkeit zur Kirche, Bezugs- und Normenkonflikte, Bildung und Philosophie bis hin zum Umgang mit den alten Kulten reichen. Die Autorin fördere so "viele lehrreiche und interessante Einzelheiten" zutage. Allerdings kritisiert Meier, dass Piepenbrink eine Einheitlichkeit des innerchristlichen Diskurses suggeriert, die zunächst einmal hätte nachgewiesen werden müssen.
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