Herausgegeben und mit einem Nachwort von Matthias Bormuth. Wie wenige Intellektuelle im Jahrhundert der Extreme war der deutsche Jude Erich Auerbach mit der Welt und ihrer Literatur verbunden. Seine hier versammelten Essays und Briefe aus den Jahren 1922 bis 1952 zeigen ihn als klugen Menschenfreund und tiefsinnigen Europäer, dem Homer, die Bibel, Dante und Montaigne als literarische Deutungsmuster so vertraut waren wie Proust, Joyce und Virginia Woolf. Der Freund Walter Benjamins verließ Deutschland 1936, lehrte für ein Jahrzehnt im Istanbuler Exil und fand nach dem Krieg hohe Anerkennung als Philologe an der amerikanischen Ostküste. In seinen Aufsätzen schmilzt Auerbach sein stupendes Wissen im leidenschaftlichen Verstehen der Geistesgeschichte ein. Sie kreisen um Bedrängnis und den Sinn des Lebens und zeichnen, wie auch seine Briefe, ein vielschichtiges Selbstporträt in finsteren Zeiten, das bis heute hell leuchtet.
Rezensent Eckart Goebel dankt dem Oldenburger Ideengeschichtler Matthias Bormuth für diese, wie er findet, brillante Auswahl mit Schriften des jüdischen Literaturwissenschaftlers Erich Auerbach. Als gelungenen Einstieg ins Auerbachs "geniales", aber wenig bekanntes Werk kann Goebel das Buch dringend empfehlen. Er liest hier in Auszügen, wie der Literaturwissenschaftler sich im Exil, abgeschnitten von Bibliotheken und akademischen Debatten, aber im Vertrauen auf die eigene "intellektuelle Freiheit" 2500 Jahren Literaturgeschichte widmete, etwa wenn er Homers Realismus die biblische Geschichte von Abraham und seinem Sohn Isaak gegenüberstellt. Eine Einblicke in Leben und Werk von Auerbach gewährende Einleitung, Essays, etwa zu Montaigne oder Proust, und Briefe des Autors an Walter Benjamin, Martin Buber oder Thomas Mann runden den Band ab, schwärmt der Kritiker.
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