Während sich Rom auf das Dritte Vatikanische Konzil vorbereitet, trauert man in Berkeley am Center for the Tebtunis Papyri um einen ebenso beliebten wie betagten Kollegen: Professor Cyrill Knightley hat nicht besonders gesund gelebt, so dass sein plötzlicher Herztod niemanden überrascht ... und doch war dessen Ursache alles andere als natürlich. In den letzten Tagen seines Lebens hat er gemeinsam mit seinem Schüler Bill Oakbridge ein Papyrusfragment aus den ersten Tagen der Kirche in Ephesos entdeckt. Oakbridge ahnt, dass dieser Fund bei einigen Zeitgenossen nicht nur christliche Gefühle wecken wird, und macht sich auf nach Rom, wo er in der Vatikanischen Bibliothek die Rätsel des geheimnisvollen Schriftstücks ergründen will. Doch was er mit seinen Forschungen in der Ewigen Stadt auflöst, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Albtraum. Die Jagd ist eröffnet.
Berthold Seewald attestiert dem Wissenschaftskrimi um ein antikes Papyrus "verblüffende Authentizität" und "atemberaubende Wahrscheinlichkeit", die er sich mit dem Expertentum des Autors und Altertumsforschers erklärt. So überraschend wie erfreulich ist für den Rezensenten, wie der Roman plötzlich an Dynamik gewinne und sich aus dem vermeintlich konventionellen Genre-Gerüst ein komplexes und rasantes Werk entspinne. Seewald zufolge avanciert so die Suche nach historischen Schriften zu einem modernen Machtkampf innerhalb der katholischen Kirche. Als größte Stärke des Buches sieht der Kritiker, dass es - im Gegensatz etwa zu den Werken Dan Browns - ganz ohne überdrehte Verschwörungstheorien auskomme und die Figuren bis zuletzt nachvollziehbar argumentierten. "So spannend kann Wissenschaft sein", lautet Seewalds durchweg positives Fazit.
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