Die grauen Haare waren ein Schock, dann kam der Schlafentzug und diese unkontrollierte Wut auf alles und jeden, aber Wechseljahre? - das ist doch übertrieben, dachte Stefanie de Velasco und fühlte sich radikal verunsichert. Die meisten erwischt es kalt, wenn die erste Hitzewallung kommt. Niemand bereitet Frauen auf diese Phase vor. Sie ist gesellschaftlich derart negativ konnotiert, dass man sie lieber totschweigt. In "Heiß" erzählt Stefanie de Velasco auf sehr persönliche Weise von einem der größten Tabus unserer Gesellschaft: der Menopause - mit all ihren Schrecken, aber auch ihrer Verheißung. Denn was wäre, wenn diese Zeit nicht das Ende des Frauseins und den Anfang der Unsichtbarkeit markierte, sondern eine lebendige Neuorientierung, den Aufbruch in eine neue, kraftvolle, wirklich unabhängige Identität?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.07.2025
Rezensentin Kim Kindermann findet wichtig, dass das Thema "Wechseljahre" mehr behandelt wird, das neue Buch der Schriftstellerin Stefanie de Velasco liest sie dennoch eher skeptisch. Die Autorin schildert darin aus persönlicher Sicht die Herausforderungen und Veränderungen der Wechseljahre, fügt dem Thema aber leider kaum Neues hinzu, seufzt die Kritikerin. So verzichte Velasco etwa auf einen generationsübergreifenden Dialog, der die Tabuisierung zwischen Müttern und Töchtern hätte auflösen können. Der ironische Ton, die Offenheit und Kritik der Autorin gefallen Kindermann zwar gut, aber leider haben Miranda July oder Sheila de Liz mit ihren Texten die Kritikerin viel früher und stärker umgenauen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 20.03.2025
Die Menopause wird viel zu oft viel zu negativ wahrgenommen - wenn überhaupt, meint Rezensentin Rabea Weihser und empfiehlt als Gegengift drei Bücher: Anika Deckers Roman "Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben", Kristine Bilkaus Roman "Halbinsel" und Stefanie de Velascos Tagebuchaufzeichnungen "Heiß". Velasco beschreibt auf 144 Seiten ihre eigenen Erfahrungen mit der Menopause, die nicht die angenehmsten sind. Weihser liest von grauen Haaren, Selbstzweifeln, Hitzewallungen, nutzlosen Ärzten und Schlaflosigkeit. Aber Gespräche mit ihrer Mutter, die das ganze schon hinter sich hat, helfen offenbar, und am Ende steht eine "gut gelaunte Neuerfindung", so die begeisterte Rezensentin, die Velasco als "Identifikationsfigur" anpreist. Am Ende hofft Weihser, dass diese Bücher helfen, die Wechseljahre in goldenerem Licht zu sehen. Frauen sollten sich am Besten ein Beispiel an den Orca-Weibchen nehmen, die sich laut Kritikerin nach der Menopause durch Weisheit und Geschick auszeichnen und "überdurchschnittlich viel Sex mit jungen Bullen" haben.
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