Steinunn Sigurdardottir

Gletschertheater

Roman
Cover: Gletschertheater
Rowohlt Verlag, Reinbek 2003
ISBN 9783498063665
Gebunden, 317 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Isländischen von Coletta Bürling. Der Laienspielverein des Dörfchens Papavik in Island fasst einen grandiosen Entschluss: Zu Anton Cechovs hundertvierzigstem Geburtstag soll "Der Kirschgarten" aufgeführt werden. Gedanklicher Vater des Projekts ist der geldschwere Unternehmer Vatnar Jökull, der keine halben Sachen mag. Drei Jahre dauern die Vorbereitungen: Eigens wird ein Theater an den Rand eines Gletschers gebaut, ein Dramaturg aus dem fernen Berlin geholt, das Stück neu übersetzt. Bald steht das ganze Dorf Kopf. Je größenwahnsinniger der Einsatz, desto verrückter die Leute. Der Laienspielverein des Dörfchens Papavik in Island fasst einen grandiosen Entschluss: Zu Anton Cechovs hundertvierzigstem Geburtstag soll "Der Kirschgarten" aufgeführt werden. Gedanklicher Vater des Projekts ist der geldschwere Unternehmer Vatnar Jökull, der keine halben Sachen mag. Drei Jahre dauern die Vorbereitungen: Eigens wird ein Theater an den Rand eines Gletschers gebaut, ein Dramaturg aus dem fernen Berlin geholt, das Stück neu übersetzt. Bald steht das ganze Dorf Kopf. Je größenwahnsinniger der Einsatz, desto verrückter die Leute.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2004

Uwe Stolzmann staunt, und zwar positiv: der isländischen Autorin Steinunn Sigurdardottir sei es gelungen, nicht nur einen "aberwitzigen Stoff" zu finden, das könnten viele, sondern ihn darüber hinaus auch höchst glaubwürdig zu erzählen. Sigurdardottirs Roman spielt in der tiefsten isländischen Provinz, und berichtet von den Bemühungen des örtlichen Schauspielvereins, Tschechows "Kirschgarten" auf die Beine zu stellen. Das ganze Treiben bekommt etwas zunehmend Komisches, findet Stolzmann, und immer wieder schimmere Tschechows Komödienstoff mit seinen Intrigen und unglücklichen Liebschaften auch im realen Dorftheater durch. Ein Spaß sei es, der Autorin bei der Demontage der Mythen und Klischees vom glücklichen Inselleben, vom gesunden Landleben, vom heiligen Familienleben zuzuschauen, schreibt der Rezensent: "man sieht die Fetzen fliegen", juchzt er. Sigurdardottir schreibe treffsicher und ironisch, manchmal poetisch, wo es in die Natur gehe, verwöhne die Leser mit Stoff für drei Romane, die alle in einen gepackt seien, so dass sich unzählige Nebengeschichten ergäben, die von "lockerer Hand" gestrickt und zusammengehalten würden. Die Dialoge seien pointiert, die Typen treffsicher charakterisiert, kurzum für Stolzmann: ein Unterhaltungsroman "auf sehr hohem Niveau".
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