Herausgegeben von Martin Heule, Regula Renschler und Chudi Bürgi. Die Palästinenser leben in einem besetzten Land, ihr Alltag ist von geschriebenen und ungeschriebenen Regeln geprägt, von der Willkür der Besatzungsmacht Israel, von der Schwierigkeit und der Mühsal, in einem von Mauern mehr und mehr begrenzten Gebiet zu überleben. Wie sieht der Alltag der Palästinenserinnen und Palästinenser aus? Sumaya Farhat-Naser lebt mit ihrem Mann Munir in Birseit, mitten in der kargen Schönheit der palästinensischen Landschaft, seit vielen Jahren setzt sie sich für eine friedliche Lösung im Nahen Osten ein. Sie schildert ihren Alltag in einem Tagebuch, das von Juni 2006 bis März 2007 geschrieben wurde. Wir lernen ihre Familie, ihre Verwandten und deren Schicksale kennen, und wir begleiten die Autorin bei ihrer Friedensarbeit in Schulen und in Frauengruppen, bei den Auseinandersetzungen mit Israelis an den Checkpoints, bei Vorträgen im Ausland, aber auch beim Wiederaufbau ihres Weinbergs, bei Festen mit Angehörigen und Freunden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2007
So gut, dass er "fast jede Seite zitieren" möchte, findet Rezensent Arnold Hottinger das Tagebuch der prominenten Palästinenserin Sumaya Farhat-Naser über neun Monate ihres Lebens im besetzten Westjordanland. Viel besser als die sensationsorientierte Tagespresse ist dieses Medium seiner Ansicht nach geeignet, das andauernde Leid der palästinensischen Bevölkerung auch für Außenstehende spürbar zu machen. Dabei wird die Autorin zur Freude des Rezensenten jedoch nicht wehleidig. Äußerst mutig findet der Rezensent, wie Farhat-Nasar die Manipulationsstrategien der Besatzer schildert, und den dem Tagebuch beigefügten Essay des in Israel lebenden Baslers Ernest Goldberger, der für eine Aufgabe der Schuldfrage plädiert und an Israel appelliert, als stärkerer Part Verantwortung zu übernehmen, zählt er zu dem "Durchdachtesten, was in den letzten Jahren über den Konflikt geschrieben wurde."
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