Als Siebenjährige kommt die Chinesin Yinna 1937 aus dem von den Japanern besetzten Schanghai nach Brandenburg und lebt als Pflegekind bei der verwitweten Frau von Steinitz. Ihr Vater, ein Freund der Familie von Steinitz, möchte das kleine Mädchen vor dem Krieg in Sicherheit bringen. Doch bald greift der Krieg ein zweites Mal in das Leben von Ina, wie sie in Deutschland genannt wird, ein.Der Roman erzählt von den Eingewöhnungsschwierigkeiten und dem Alltag einer jungen Ausländerin in einer nazideutschen Kleinstadt zwischen 1937 und 1944, blendet aber auch zurück in die Schanghaier Kindheit und in das Peking der Jahrhundertwende. Im Verlauf ihres wechselvollen Lebensweges beginnt Ina zu begreifen, dass Begriffe wie »Freund«, »Feind«, »Heimat« im persönlichen Leben etwas ganz anderes bedeuten können als in der großen Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2008
Die Sinologin Susanne Hornfeck lehnt ihren ersten Jugendroman an eine wahre Lebensgeschichte an. Jemanden wie die Hauptfigur Yinna beziehungsweise Ina hat es tatsächlich gegeben. Ihr Schicksal ist erstaunlich: Als Siebenjährige gelangt Yinna von China nach Deutschland, und zwar im Jahr 1933. Sie erlebt - nun zu Ina umgetauft - in ihrer Gastfamilie den Aufstieg des Nationalsozialismus, zieht später um in die Schweiz und 1955 nach Taiwan, das ihr allerdings zunächst nur als weitere Fremde erscheint. Der Rezensent Steffen Gnam erkennt in der Wahl der Perspektive - man sieht alles mit den Augen der Heldin - einen gelungenen Verfremdungseffekt im Blick auf die deutsche Geschichte. Eine ganz leichte Lektüre für die damit adressierten jungen Leser ist das Ganze nicht, meint Gnam, lobt das Buch aber, wenn auch ohne großen Enthusiasmus, als "durchaus lesenswert".
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