"Wir müssen unsere Männlichkeit wiederentdecken", appelliert Björn Höcke an den deutschen Mann. Mit dieser Forderung ist der AfD-Politiker nicht allein: Von Neuseeland bis Kanada, von Brasilien bis Polen vernetzen sich Rechtspopulisten, sogenannte "Incels", aber auch christliche Abtreibungsgegner unter dem Banner der Männlichkeit, um Frauen auf einen nachrangigen Platz in einer angeblich natürlichen Hierarchie zurückzuverweisen. Susanne Kaiser bietet einen kompakten Überblick über die Geschichte und das Programm dieser Bewegung. Sie wertet Diskussionen in der "Mannosphäre" aus, zeigt internationale Verbindungen auf und fragt, warum rechte Mobilisierung überall auf der Welt gerade über die Themen Gender Studies, LGBT-Rechte und Geschlechterrollen funktioniert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2021
Jörg Thomann verzeiht es Susanne Kaiser, dass sie in ihrem Buch über toxische Männlichkeit keine Lösungen anzubieten hat. Das Problem ist auch riesig, erfährt Thomann aus dieser erschöpfenden Darstellung dunkelster misogyner Männerträume. Über die Vernetzung der Akteure, ihre Beweggründe, Ziele und nationalen Varietäten erfährt Thomann hier Wissenswertes, lernt den Kult um den Frauenmörder Elliot Rodgers kennen und fragt sich mit der Autorin, ob sich dergleichen Taten als Terror einstufen lassen. Ein wichtiges Buch, meint er, auch ohne das schmerzlich vermisste Register.
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