Anknüpfend an Michel Foucaults Begriff der Gouvernementalität untersucht die Autorin, wie sich Formen der Menschenführung mit den Konzepten von Staat und Gesellschaft verändern. Denn so, wie sich gegenwärtig das Verhältnis von Staat, Ökonomie und Sozialem entlang gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse neu formiert, werden auch die Adressaten des Regierens neu konfiguriert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2004
Gerd Roellecke findet, dass diese kritische Studie von Susanne Krasman es sich zu einfach macht. Es geht Susanne Krassmann, wie der Rezensent es zusammenfasst, um die Frage "Warum straft der Staat überhaupt und warum nehmen die Leute das hin?" Krasmanns Antwort, "Gouvernementalität", ist für Roellecke, "genaugenommen", ein "Kalauer", was man aber nicht sagen dürfe, weil der "bedeutende französische Philosoph Michel Foucault" das Wort "erfunden und möglicherweise ernst gemeint hat". Jedenfalls laute Krasmanns Antwort im Anschluss an Foucault also, dass die Leute das Strafrecht hinnehmen, "weil die Regierung die Notwendigkeit des Strafens in ihr Gehirn eingegraben hat", wie der Rezensent Krasmanns These fasst. Natürlich solle "Strafen Macht stabilisieren", und die Idee der Prävention würde in der Tat, wie Krasmann argumentiert, ein Beurteilungsschema hervorbringen, das den damit Wahrgenommenen, den Kriminellen erst produziere, tatsächlich also sei "Kriminalität möglicherweise keine" und "lebt unsere Gesellschaft in der Tat im Falschen", aber "sie lebt", wendet der Rezensent ein, und fragt: "Wo ist die Alternative?"
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