Sven Opitz dient der Begriff der Gouvernementalität als Scharnier, das die Archäologie des Wissens, die Genealogie der Macht und die Ästhetik der Existenz integriert. Im Dialog mit Gilles Deleuze, Judith Butler und Antonio Negri untersucht er den Diskurs der Managementliteratur auf die Frage hin, anhand welcher Technologien der Führung das postfordistische Unternehmen seine internen Beziehungen reguliert und Menschen zu Subjekten macht. Die Berücksichtigung empirischer Quellen sowie aktueller Beiträge der governmentality studies ermöglicht es ihm ausserdem darzulegen, wie die Logik des Unternehmerischen als hegemoniale Denk- und Praxisform den gesamten Raum des Sozialen durchdringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.05.2004
Gottfried Oy widmet sich kenntnisreich und sehr interessiert der Studie von Sven Opitz, in der dieser die Managerliteratur einer interdisziplinären Analyse unterzieht. Zwar seien die Theorien, die Opitz untersucht, durchaus als "Modedisziplinen der Sozialwissenschaften" anzusehen, räumt der Rezensent ein. Doch indem sich der Autor mit den "Auswirkungen der neuen Herrschaftsformen" auf das Individuum beschäftigt, betritt er neues Gebiet, so Oy angetan. Der Autor argumentiert, dass der "Überschuss an Spontaneität und Kreativität" des Angestellten, den die modernen Managements für den "Produktionsprozess" vereinnahmen, letztlich auch ein "kritisches Denken und Handeln" begünstigt, teilt der Rezensent mit. Wenn er auch anmerkt, dass Opitz nicht erklärt, wie sich dies heute auswirkt und kritisiert, dass der Autor sich mit der Beschreibung von "Kritik und Widerstand" überhaupt "übernimmt", so lobt er doch die Darstellung der "Wirkmächtigkeit der Managerliteratur" zum "neoliberalen Umbruch " als wichtige "begriffliche Durchdringung" der gegenwärtigen Situation.
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