Als Verfechter einer kompromisslosen Politik der Stärke gegenüber der Sowjetunion im Kalten Krieg und erklärter Feind aller Entspannungsbemühungen war William S. Schlamm (1904-1978) eine Zeitlang der wohl umstrittenste und prominenteste Publizist Westdeutschlands. Zunächst der politischen Linken in Österreich zugehörig, wurde Schlamm 1929 als "Rechtsabweichler" aus der KPÖ ausgeschlossen und vertrat im Prager Exil eine pazifistisch-linksintellektuelle Fundamentalopposition gegen die heraufziehende "Gefahr von rechts". Mit der Emigration in die USA setzte Schlamms ideologische Konversion in den 1940er Jahren ein. Als "Kalter Krieger" 1959 nach Europa zurückgekehrt, geißelte der Vertreter eines militanten Antikommunismus als Buchautor und Kolumnist führender westdeutscher Blätter (Stern, Welt am Sonntag) die "Lauheit" des Westens sowie die Ostpolitik der Regierung Brandt / Scheel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2013
Kurz und knapp erklärt der Rezensent: Das Buch lohnt die Lektüre. Über den erst kommunistisch, dann antikommunistisch entflammten wertkonservativen, von Springer hofierten Publizisten William S. Schlamm lernt Hanns Jürgen Küsters aus der Biografie von Susanne Peters so einiges, wie uns seine Besprechung lehrt, allerdings ohne dass Küsters allzu viele Worte über die Aufmachung des Buches oder über dessen Ton verrät. Detailreich ist es, schreibt Küsters, und eingeteilt in drei Abschnitte: Jugend und Exil, USA und Rückkehr nach Europa. Ach ja, über 2500 Fußnoten hat es.
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