Sybil Gräfin Schönfeldt

Er und ich

Erinnerungen
Cover: Er und ich
Wallstein Verlag, Göttingen 2023
ISBN 9783835353954
Gebunden, 264 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Ein Lebens-, Generations- und Zeitbild voll erzählerischer Tiefe und Poesie. In ihrer autobiographischen Erzählung schildert Sybil Gräfin Schönfeldt die Begegnung, das Kennenlernen kurz nach dem Krieg, die Liebesgeschichte und das gemeinsame Leben mit Heinrich, ihrem späteren Ehemann. So unterschiedlich beider Herkünfte auch sind, begegnen sich zwei unbehauste junge Menschen, die mit ähnlichen Gedanken und Gefühlen Gegenwart und Vergangenheit im Westdeutschland der Nachkriegszeit erleben. Sie ist eine Offizierstochter, deren Mutter kurz nach der Geburt stirbt und die bei Verwandten aufwächst. Er stammt nach der rassistischen Terminologie der Nationalsozialisten aus einer "jüdisch versippten Familie", zu deren Vorfahren auch die Mendelssohns zählen und hat mit viel Glück den Krieg überlebt. Sie arbeiten, schließen Freundschaften und Bekanntschaften in der neu entstehenden Zeitungslandschaft und im Hamburger Geschäftsleben während der Jahre des Wiederaufbaus und sind genaue Beobachter ihrer Zeit. Eine Liebes- und Lebensgeschichte aus der Kriegs- und Nachkriegszeit bis in die 1990er Jahre.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2023

Rezensentin Christiane Pöhlmann  rät Sybil Gräfin Schönfeldts "Er und ich" und Helga Schuberts "Der heutige Tag" parallel zu lesen. Denn so ergibt sich eine "Doppelbiografie" zweier Ehen in zwei deutschen Staaten, verspricht die Kritikerin. Während Schönfeldt ziemlich bescheiden vom gemeinsamen Leben mit ihrem Mann, der jüdische Vorfahren hatte, in der BRD nach 1945 erzählt, konzentriert sich Schubert mitunter ein wenig plakativ auf die Schilderung der Pflege ihres an Demenz erkrankten Mannes. In Schönfeldts Text zieht sich der Antisemitismus der Nachkriegsjahre kontinuierlich durch den Text, bei Schubert ist es die Bespitzelung durch die Stasi, resümiert Pöhlmann. Vor intellektuelle Herausforderungen stellt sie keiner der beiden Romane, gesteht die Kritikerin. Dennoch: Die Wärme, mit der beide Frauen auf ihr Leben und ihre Ehen zurückblicken, findet Pöhlmann äußerst reizvoll.

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