Mit 15 farbigen Abbildungen. Aus dem Ukrainischen und Russischen von Beatrix Kersten. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Juri Andruchowytsch. Aus dem Ukrainischen und Russischen von Beatrix Kersten.Vom Leibeigenen zum Inbegriff des Nationalmythos - Taras Schewtschenkos Gedichte und Tagebücher erscheinen erstmals in zeitgemäßer deutscher Übersetzung. Durch seine Dichtung und Malerei avancierte Taras Schewtschenko zum Symbol des ukrainischen Widerstands gegen das Russische Imperium im 19. Jahrhundert. In einem Gedicht kritisierte er Zar Nikolaus I. - und wurde mit lebenslangem Militärdienst sowie Mal- und Schreibverbot bestraft. In seinen Werken lässt Schewtschenko die Repressionen und den Widerstand erfahrbar werden und offenbart eine romantische Freiheitssehnsucht und ein tiefes Verlangen nach seiner idealisierten geistigen Heimat, der Ukraine. "Für die Ukrainer ist Schewtschenko Luther, Kant und Goethe in einem", so der Herausgeber Juri Andruchowytsch. Der Band enthält Schewtschenkos wichtigste Gedichte sowie Auszüge aus seinem Journal, das 1857/58 in der Verbannung in entlegenen Garnisonsstädten Zentralasiens entstand. Das Buch ist ein Muss für alle, die sich für Literaturgeschichte, politische Poesie und kulturelle Identitätsfragen interessieren. Mit Taras Schewtschenko ist ein Dichter zu entdecken, dessen Stimme bis heute auf den Barrikaden der Freiheit zu hören ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2025
Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine stellte Tanja Maljartschuk fest, dass das deutschsprachige Publikum nur selten die klassischen Autoren der ukrainischen Literatur kennt, dem soll mit der Ukrainischen Bibliothek Abhilfe geschaffen werden, deren erste zwei Bände nun vorliegen, so Rezensent Ulrich M. Schmid. Das besondere an dieser Bibliothek: Jeweils ein Gegenwartsautor stellt einen Klassiker vor, hier fällt diese Aufgabe Juri Andruchowytsch zu, der Taras Schewstschenko, Nationaldichter der Ukraine und scharfzüngiger Beobachter des 19. Jahrhunderts vorstellt und dessen Humor vermitteln kann, so Schmid. Der Band vereint Gedichte und Schewtschenkos Tagebuch, das allein schon atemberaubend sein dürfte. Was für ein Leben er führte! Als Leibeigener geboren, durch Künstlerfreunde freigekauft, auf Befehl des Zaren verhaftet und zehn Jahre nach Zentralasien verbannt, weil er sich in einem Gedicht über die "spinnenbeinige Zarin" lustigt gemacht hatte, erzählt Schmid. Die Übersetzung von Beatrix Kersten ist elegant und gut lesbar, lobt er, und auch die Zeichnungen Schewtschenkos gefallen ihm sehr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2025
Rezensentin Kerstin Holm lobt die Übertragung der Verse des 1861 gestorbenen ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko durch Beatrix Kersten. Den vielgestaltigen Sound des ukrainischen Dichters trifft die Übersetzerin kongenial, so Holm, ob im autobiografischen Langgedicht "Der Possenreißer", in seiner berühmten Verserzählung "Traum" über Unterwerfungsrituale gegnüber den "Großrussen" oder in dem auf dem Kiewer Maidan rezitierten "Kaukasus". Dier Texte, die sich oft um die Fremdbestimmung drehen, werden laut Holm begleitet von schön reproduzierten Aquarellen des Autors.
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