Die Figuren in Thomas Ballhausens Erzählungen flüchten an namenlose Orte, in fremde Räume, in die Heimat anderer. Ihre Flucht ist zugleich immer auch eine Suche nach dem, wovor sie fliehen, eine Bewegung, in Wirklichkeit und in Gedanken, die zwangsläufig an ihren Anfang zurückführt. Unterwegs sind sie allein oder unter Freunden und bleiben doch stets ohne tatsächliche Gefährten. Ballhausen verwebt präzise Beobachtungen und Sprachbilder zu einer luziden Oberfläche, unter der zutiefst menschliche Leidenschaften und Sehnsüchte brodeln. Hier trifft die Liebe auf ihr Scheitern, die Stille auf ihre Widerworte, die Gegenwart auf ihre Vergangenheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2011
Ganz aufgeben möchte Jan Wiele den Autor dann doch nicht. Möglich, dass die für ihn durchaus vielversprechenden Momente in der Prosa von Thomas Ballhausen noch an Boden gewinnen, meint der Rezensent, dem der vorliegende Versuch nicht ganz geglückt scheint, Fabel und (poetologischen) Essay für den Leser gewinnbringend unter einen Hut zu bringen. Für den Leser ist das Buch kein Spaß, daran lässt Wiele kaum Zweifel und bestätigt damit die Urteile der Bachmannpreis-Jury zu einem der hier enthaltenen Texte. Womit Wiele aber eines sicher nicht sagen wollte: Dass nämlich spannende Varianten der von Ballhausen angepeilten Traditionslinie der Metaliteratur nicht denkbar sind. Beispiele dafür weiß Wiele genug.
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