Thomas Brussig

Die Verwandelten

Roman
Cover: Die Verwandelten
Wallstein Verlag, Göttingen 2020
ISBN 9783835336056
Gebunden, 328 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Bräsenfelde ist ein Kaff in der Provinz, das man sich ungefähr so vorstellen muss, wie es heißt. Und dennoch begibt sich dort Aufregendes, Weltbewegendes: In der Waschanlage einer Tankstelle verwandeln sich Fibi und Aram, zwei übermütige Jugendliche in Waschbären. Was wie ein Witz anmutet, den niemand glauben kann, wird unabweisbare Realität, der man sich stellen muss. Keine kleine Zumutung für ihre Familien, die Mitschüler und vor allem für sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2020

Diesmal schreibt Thomas Brussig nicht hauptsächlich über den Osten, sondern über die Pubertät, erklärt Rezensentin Franziska Augstein. Das Buch über zwei Jugendliche, die sich nach einer Mutprobe in Waschbären verwandelt sehen, eignet sich ihr zufolge aber sowohl für Kinder als auch für Erwachsene: Die aberwitzige Ausgangsidee führt zu noch lustigeren Entwicklungen innerhalb der Familien der beiden, die die Situation wie eine schrullige Teenager-Allüre behandeln, verspricht sie. Vor allem Brussigs fantasiereiche Spiele mit der deutschen Umgangssprache haben sie zum Lachen gebracht. Da hat es die Kritikerin auch nicht so sehr gestört, dass der Schluss ihr doch ein wenig zu bemüht erschien.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2020

Erstaunlich, wie viel Zeit sich Rezensent Andreas Platthaus nimmt, um einen "ganz schön schlechten" Roman zu besprechen. Dabei wird, was Platthaus von Thomas Brussig erwartet, "Schenkelklopfhumor" vor ostdeutschem Hintergrund, nicht einmal erschöpfend bedient. Die Story, in der ein paar mecklenburgische Teenager sich nach Youtube-Vorlage in Waschbären verwandeln, klingt aber auch wirklich zu albern. Der Text, laut Rezensent eine Mischung aus Mediensatire, Provinzposse und Generationengeschichte, versäumt es nicht nur, Konflikte auszubuchstabieren, Brussigs Humor ist auch noch bräsig, schimpft Platthaus. Was ihn dennoch für das Buch einnimmt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der hier bei Kafka abgekupfert wird. Ein reichlich fragwürdiges Verdienst.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.02.2020

Rezensentin Petra Kohse ist so gebannt von Thomas Brussigs Geschichte um zwei mecklenburgische Teenager, die sich in Waschbären verwandeln, dass sie zwischendurch das Netz befragt, ob dergleichen wohl vorkommt. Sicher nicht, aber wie Brussig das Ganze erzählt, die Folgen, die Nutznießer und die Sehnsüchte dahinter erkundet, findet Kohse unterhaltsam. Brussig hält sie für einen raffinierten Puppenspieler, der in seine Figuren hineinkriecht und dann von innen berichtet. Ein leichter Gesellschaftsroman, so Kohse, der trotz mancher Unglaubwürdigkeit erstaunlich gegenwärtig ist.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.02.2020

Tilman Winterling ist nicht überzeugt von Thomas Brussigs Geschichte, in der sich zwei Jugendliche in der Mecklenburgischen Provinz in Waschbären verwandeln. Weder findet er die Tierchen lustig, noch scheinen ihm ihre Erlebnisse überraschend. Ausgestattet mit Abziehbildfiguren und unglaubwürdigen Dialogen bleibt der Text "in der Waschbärenwirklichkeit" stecken, meint Winterling verärgert, weder den armen Jugendlichen noch ihrer Umgebung gesteht der Autor eine Entwicklung zu.
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