Thomas Pigor

Wie man am schnellsten in den Himmel kommt

Zwölf Heiligengeschichten für vor dem Einschlafen
Cover: Wie man am schnellsten in den Himmel kommt
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783821835501
Gebunden, 154 Seiten, 12,68 EUR

Klappentext

Anwälte, Automechaniker, Bademeister und Kameltreiber ? niemand besitzt heute noch ein sakrales Vorbild, niemand hat heute noch einen kompetenten Schutzheiligen. "Wie man am schnellsten in den Himmel kommt" bietet zwölf aktuelle Heiligengeschichten, zwölf Patrone, die durch ein erstklassiges Martyrium zu Tode kamen. So zum Beispiel der ausgebildete Schutzheilige St. Altan, der türkische Rettungsschwimmer und Bademeister, der den fast sicheren Tod einer Hausfrau im Berliner Prinzenbad vereitelte und zudem verboten gut aussah. Verehrt und begehrt von den Ärmsten der Armen aus SO 36 und allmählich von missionarischem Eifer erfüllt, verkündigte St. Altan vom Sprungbrett das Evangelium der DLRG.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.10.2001

Das Buch von Thomas Pigor, das nun in der Hörbuchfassung vorliegt, ist "vergnüglich" und hat nun, wie Rezensent Konrad Heidkamp befindet, Fürsprecher gefunden, die die Heiligengeschichten mit "prallstem Leben" füllen würden. Heidkamp bescheinigt dem Autor "hart an der Realität entlang" zu protokollieren und nur manchmal zu scheitern, wenn ihm die Fantasie durchgehe. Erzählt würden Heiligengeschichte von Berufsgruppen, die noch keine Heiligen hätten, wie beispielsweise Bahnbeamte und Kraftzeugmechaniker. So repariert in einer der Geschichten der "heilige Knut von Geesthacht den Vergaser des Polo einer hübschen Schwangeren" und erschlägt versehentlich nebenbei noch eine Prostituierte. Dass dieses Hörbuch die religiösen Gefühle mancher Zuhörer verletzen wird, damit wirbt bereits das Beiheft, erklärt Heidkamp. So kann kein Katholik sagen, er weiß nicht, worauf er sich eingelassen hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2001

Großartig findet es Simonetta Dibbern wie hier Thomas Pigor die "Evangelien von ADAC, DLRG und DFB" predigt. Dabei fasziniert sie weniger das vorgeblich "grotesk-phantastische" dieser neuen Heiligenlegenden, sondern viel mehr, wie es Pigor gelingt seine neuen Heiligengeschichten "in eine uralte Form zu bringen, die Erzählweise bis hin zur Wortwahl und Satzbau" den überlieferten Heiligenlegenden anzupassen. Eine stilistische Meisterleistung, aus der erst das Absurde einer profanen Gesellschaft hervorgeht, für die alles heilig gemacht werden kann, findet die Rezensentin. Für sie daher ein wirklich "großes Buch".
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