"Homosexuelle werden auch heute noch verfolgt und ermordet, weil sie in einer Welt, die in Banden und Rackets zerfällt, für nicht gemeinschaftsfähig gehalten werden. Sie werden gehasst, weil sie nicht auf die Wärme der Kampfgemeinschaft, sondern die Kälte des bürgerlichen Rechts setzen, weil sie nicht von der Gnade der Gesellschaft abhängig sein, sondern im Appell ans Gericht ihr Heil suchen wollen, weil sie für eine gesetzlich abgesicherte Privatheit der Liebe statt um Beziehungen, mithin für die Standards einer bürgerlichen Normalität kämpfen. Dass diese Normalität gar nicht mehr existiert - falls es sie denn je gegeben hat -, verleiht diesem Kampf etwas Tragisches, weil in ihm, so aussichtslos er erscheinen mag, noch etwas aufscheint vom großen Versprechen individuellen Glücks."
Knapp aber begeistert bespricht Rezensent Jan Feddersen Tjark Kunstreichs Aufsatzsammlung zur Politik der queeren Szene. Die in dem Band "Dialektik der Abweichung" zusammengestellten Texte der letzten anderthalb Jahrzehnte erscheinen dem Kritiker erfrischend: Selten hat Feddersen eine derart scharfe, kühle und rücksichtslose Kritik an der realexistierenden "LGBT-Bewegung" gelesen wie in diesem wütenden Buch, in dem der historisch gelehrte Autor etwa über den linken Verrat an den Interessen der Privatheit von Homosexuellen informiert.
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