Ausgewählt und übersetzt von Christoph Ferber. Von den lebenden Dichtern des Tessins ist Ugo Petrini vielleicht der leiseste, einer, der sich nie um Ruhm und Auszeichnung gekümmert hat. Seit 1987 gibt er regelmäßig in Kleinverlagen oder als bibliophile Privatdrucke schmale Lyriksammlungen heraus, die ein Kritiker als "stille Alarmrufe eines besonders sensiblen Individuums" charakterisiert hat, Alarmrufe an eine Welt, die viel von ihrer ursprünglichen Seele eingebüßt hat.
Petrinis Lyrik ist stets auf der Suche nach dieser Seele; sie wird gefunden in Menschen, die ihm nahe stehen, dem Vater, der Großmutter, Personen aus seiner Umgebung wie der Friseuse oder dem Dorfdirigenten. Aber auch anderen beseelten Wesen, Vögeln, Eichhörnchen oder der Katze Birba, gilt des Dichters Aufmerksamkeit. Ja, auch ein Fahrrad, eine Hausmauer oder ein Lutschbonbon erhalten durch Petrinis Kunst eine Seele. Eine Kunst, die vom Alltäglichsten ausgeht, ohne das Erhabene aus dem Blick zu verlieren.
Christoph Ferber hat aus Petrinis Gesamtwerk eine repräsentative Auswahl zusammengestellt und macht ihn so erstmals dem deutschsprachigen Publikum bekannt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2018
Roman Bucheli erlebt mit Ugo Petrinis Gedichten, wie ein Dichter die Nähe zu den Dingen sucht - und findet. Die Hellhörigkeit des Eremiten attestiert er dem Tessiner, wenn der die Brüchigkeit zwischen Ding und Namen erkundet, direkt, anekdotisch, sprachmagisch Klangbilder erzeugend, so Bucheli. Auch wenn sich das Spiel der Konsonanten in der Übertragung von Christoph Ferber nur schwer mittels Sprachspielereien abbilden lässt, erlebt Bucheli, wie Petrinis Dichtung den Nihilismus beschwört und ihn zugleich überwindet.
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