Dietrich zur Nedden zeigt uns in seiner Rezension zweier Gedichtbände von Uli Becker, was ein Haiku ist und vor allem, worin sich beim Verfassen eines japanischen Dreizeilers der Amateur von dem Meister Uli Becker unterscheidet.
1) Uli Becker: "Dr. Dolittles Dolcefarniente"
Der Rezensent erkennt zwar messerscharf, dass der Gedichtband von Uli Becker Haikus (dreizeilig!) verspricht, aber eigentlich Senryus oder "schlicht Siebzehnzeiler, wie Becker in einem instruktiven Nachwort seine filigranen Gebilde bevorzugt nennt", enthält. Begeistert ist er aber von der hohen Kunst des Meisters allemal und empfiehlt dem, "der auf den Geschmack gekommen ist" sogleich einen weiteren Band.
2) Uli Becker u.a.: "Licht verborgen im Dunkel - Ein Renshi Kettengedicht"
Wo in westlichen Gefilden von Sängerwettstreit die Rede ist, kommen in Japan Dichter zusammen, um gemeinsam ein vierziggliedriges Kettengedicht, "eben ein Renshi", zu verfassen. Der Rezensent ist von dem interkulturellen Gedichtdialog zwischen Uli Becker, Durs Grünbein, Makato Ooka, Junko Takahashi und Shuntaro Tanikawa sehr angetan und findet in dem assoziativen Spiel ein "farbenreiches Gebilde" vor, das ihm mit unerwarteten "Verbindungen zwischen Lebens- und Gedankenwelten" großes Vergnügen bereitet.
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