Herausgegeben von Richard Dove. Zum 80. Geburtstag des englischen Dichters Michael Hamburger haben Freunde und Bewunderer seiner Kunst wie H. M. Enzensberger, Durs Grünbein, Raoul Schrott und viele andere eine neue Auswahl seiner Gedichte übersetzt. Herausgekommen ist eine Sammlung, die noch einmal das weite Panorama seiner Dichtung verdeutlicht: die lebenslange Auseinandersetzung mit "Life and Art", mit der Natur, mit den Dichterfreunden und mit der Sprache, die nicht seine Muttersprache ist.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 07.10.2004
"Ein bisschen spät kommt dieser herrliche Band", befindet Benedikt Erenz zur Auswahl aus drei neuen Bänden von Michael Hamburger. Auch in der Übersetzung bleibe der "vertraute Hamburger-Ton" erhalten, den das "Halblaute" des Zwiegesprächs, das "Flüsternde" der Beschwörung auszeichne. Erenz stellt staunend fest, wie die Worte dem Schreibenden zu "folgen" scheinen, notiert aber auch, wie der Effekt ausbleibt, wenn Hamburger seine Domäne verlässt und über Fakten spricht. Wenn er "bitter und laut" die Irakpolitik von Blair und Bush kritisiert, dann "verflüchtigen" sich die Worte lediglich "gleichgültig ins Leere". Das "Ungewisse" sei Hamburgers wahre Stärke, gut wird er dann, wenn er sein Tasten und Suchen in einen "mäandernden Satz" packt, findet unser Rezensent. Dass den Übersetzungen aber keine Originaltexte gegenübergestellt und damit der "schlichteste lyrikeditorische Standard" nicht eingehalten wurde, ist Erenz unverständlich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2004
Begeistert zeigt sich Jürgen Brocan von diesem Band, der nahezu alle kürzeren Gedichte von Michael Hamburger aus den letzten zehn Jahren in deutscher Übersetzung versammelt. Er würdigt den Dichter als einen "feinsinnigen, spürsamen Beobachter von Wandel und Veränderungen, die sich mal schleichend, mal mit abrupter Wucht vollziehen." Hamburgers "hohe Kunst" besteht für Brocan darin, das Alltägliche und Altbekannte "neu und anders" zu sehen und den Dingen im unmittelbaren Gesichtskreis "abgestuftere Tönungen" zu verleihen. Hamburgers Gedichte wirken auf ihn vor allem durch ihre "stille, beharrliche Kraft". Aber er entdeckt auch Momente, in denen sich Elegie verbindet mit "ätzender, niemals reaktionärer Kritik" an elektronischen, dem Wirtschaftswahn verfallenen Scheinwelten. Alles in allem lobt Brocan Hamburgers Gedichte als "zugleich frisch und altersweise, tiefernst und von heiterer Lust, nachdenklich und alle Abstraktionen meidend". Große Anerkennung zollt er auch den fast vierzig beteiligten Übersetzern, darunter Hans Magnus Enzensberger und Durs Grünbein, die für eine "erstaunliche Nuancen-Vielfalt" bei der Übersetzung sorgen.
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