Ulrich Grober

Vom Wandern

Neue Wege zu einer alten Kunst
Cover: Vom Wandern
Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783861507727
Gebunden, 343 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die alte Kunst des Wanderns ist heute der Einspruch gegen das Diktat der Beschleunigung. Der Autofahrer steht im Stau, der Wanderer geht neue Wege. Er sucht die Exotik der Nähe - und findet sich selbst. Ulrich Grober: "Der Kopf wird frei. Und mit ihm der ganze Mensch". Grober erzählt von seinen eigenen Wanderungen. Allein. Mit Kindern. Mit Freunden. Auf dem "Kolonnenweg" der NVA an der ehemaligen Grenze der DDR oder den Rhein entlang. Über die Alpen. Auf Heideggers und Hesses Spuren. Er berichtet über das innere Echo eines nächtlichen Zikadengesangs, über den süßen Geruch von Heu, über die Anstrengungen einer winterlichen Schneeschuhpartie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2007

Hingerissen zeigt sich Rezensent Christian Geyer von diesem Buch Ulrich Grobers, das neue Wege zur alten Kunst des Wanderns erschließt. Besonders fasziniert hat ihn, wie der Autor dem Wandern einen "metaphysischen thrill" abgewinnt. Dadurch unterscheidet sich das Buch für ihn wohltuend von den zahllosen langweiligen und "eindimensionalen" Lebenskunst-Beratern. Als Beispiel zieht er das Kapitel über das "Navigieren" heran, das sich auf den ersten Blick mit der Kunst des Kartenlesens befasst. Tatsächlich sieht Geyer hier auch die wesentlich tiefer gehende Frage nach der Orientierung im Leben und im Denken behandelt. Das Sichzurechtfinden in schwierigem Gelände werde zur "Metapher für den inneren Kompass, mit dem wir unsere Biografie ausrichten". Dabei geht es, wie der Autor zeigt, in seinen Augen, nicht darum, alten ausgetretenen Pfaden zu folgen, sondern sich zu öffnen. Dementsprechend betrachtet er mit Grober das Wandern im Weglosen, jenseits der Wanderleitsysteme als den Königsweg des Wanderns.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.11.2006

Nach Manuel Andrack und Hape Kerkeling hat sich jetzt auch der Journalist Ulrich Grober auf Wanderschaft begeben. Sein Buch darüber kommt allerdings zur Erleichterung des Rezensenten Otto A. Böhmer erfreulich schlicht daher. Der Autor lobt das Wandern, ohne sich dazu hinreißen zu lassen, seine Leser missionieren zu wollen, stellt er erleichtert fest. Grober schreibe über das Wandern in alter Zeit, gehe den Wanderungen von Heidegger und anderen Denkern und Dichtern nach, und liefere in einem Anhang nützliche Informationen über die beschriebenen Routen mit. Gut gefallen hat dem Rezensenten offenbar Grobers Auffassung, dass das Wandern der Selbsterfahrung dienlich sei. Warum sein Urteil über das Buch ("insgesamt erfreulich") dennoch zurückhaltend bleibt, behält der Rezensent allerdings für sich.

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