Mit 62 S/W-Abbildungen und 39 Farbtafeln. Peter Paul Rubens prägt bis heute das Bild der Barockkunst. Schon die Zeitgenossen bewunderten seine Fähigkeit, starke Gefühle darzustellen und beim Betrachter auszulösen. Die Beiträge verbinden Rubens' Affektdarstellung und -regulierung mit der Wende zu Körper, Affektthematik und Empirie im Zeichen der Krise der europäischen Kultur um 1600. In seinem neostoischen Freundeskreis schulte sich der umfassend gebildete Künstler am Universalismus Senecas. Auf die frühbarocken Strömungen in Musiktheorie, Oper, Rhetorik, Poetik, Anthropologie, Medizin, Geologie, Meteorologie und Astronomie gab Rubens mit seiner Kunst völlig neuartige Antworten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2001
Ulrich Rehm weist darauf hin, dass dieses Buch auf der Grundlage eines "fruchtbaren Kölner Kolloquium" entstanden ist, und ebenso fruchtbar findet er offenbar auch das Buch selbst. Auf zahlreiche Beiträge geht er detailliert ein, wobei er durch die Bank nur Lob ausspricht. So hat Rehm in Joachim Raupps Beitrag über Energie in Rubens' Landschaften erfahren, wie sehr dieser sich auf literarisch überlieferte Motive aus der Antike bezogen hat und dass die "gesamte Bildstruktur auf der souveränen Anwendung stoischer Naturlehre auf die Malerei beruht". Nach Rehm hat dies vorher noch nie jemand so deutlich aufgezeigt. Neben vielen anderen Beiträgen findet der Rezensent auch den Text von Arnout Balis über Rubens' "Theoretisches Studienbuch" besonders interessant, weil hier deutlich werde, dass der Maler weniger eine Theorie formulieren wollte, sondern eher Motive so gruppierte, "dass sie für die praktische Anwendung verfügbar wurden". Insgesamt gefällt es Rehm sehr, dass die Autoren hier ganz verschiedene Interessen und Blickwinkel zeigen, die sich summa summarum zu einer "spannungsreichen Einheit" zusammenfügen, so sein Fazit.
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